Wirtschaft : Kopflos in Metzingen

Hugo Boss dämpft Wachstumserwartungen

Metzingen - Der Restvorstand des Modekonzerns Hugo Boss rechnet in diesem Jahr mit einer Abschwächung des Wachstums. „Wir erwarten ein währungsbereinigtes Wachstum beim Umsatz um acht Prozent und beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen zwischen acht und zehn Prozent“, sagte Finanzchef Joachim Reinhardt bei der Vorstellung der Bilanz. Das Geschäft in den USA laufe zwar exzellent. Grund für die abgeschwächte Prognose sei aber die schwieriger gewordene weltwirtschaftliche Lage.

2007 hatte Hugo Boss den Umsatz um neun Prozent auf 1,63 Milliarden und das operative Ergebnis um 19 Prozent auf 220 Millionen Euro gesteigert. „Die Prognose ist sehr zurückhaltend“, sagte LBBW-Analyst Tim Burkhard. Die Aktie legte dennoch 2,6 Prozent auf 34,05 Euro, nachdem sie seit der Führungskrise ein Drittel ihres Wertes eingebüßt hatte.

Finanzchef Reinhardt musste das Zahlenwerk präsentieren, weil Vorstandschef Bruno Sälzer und Produktionschef Werner Lackas das Unternehmen aus Protest gegen die vom Finanzinvestor Permira durchgesetzte Sonderdividende von 450 Millionen Euro vor rund einem Monat verlassen hatten. Einen neuen Vorstandschef hat Hugo Boss noch nicht.

Wegen der Hängepartie an der Spitze fielen die Aussagen über die Zukunft von Hugo Boss eher dürftig aus. Das Unternehmen will die Investitionen um ein Drittel auf 120 Millionen Euro aufstocken und 60 neue Geschäfte vornehmlich in Asien mit Schwerpunkt China eröffnen. Reinhardt bestätigte, dass Hugo Boss die Übernahme einer bekannten Marke mit einem Umsatzvolumen von bis zu 500 Millionen Euro plane. Es gebe mehrere Alternativen sowohl in der Herren- als auch in der Damenmode. Der angeschlagene Damenmodekonzern Escada, der vor der Übernahme durch den Finanzinvestor Apax steht, dürfte nicht auf der Liste stehen, schon allein, weil dort Bruno Sälzer als neuer Vorstandschef im Gespräch ist. mwb (HB)

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