• Koreaner kaufen Klavierbauer Bechstein Samick übernimmt 60 Prozent am Berliner Traditionsunternehmen/ Bessere Chancen in USA und Asien erhofft

Wirtschaft : Koreaner kaufen Klavierbauer Bechstein Samick übernimmt 60 Prozent am Berliner Traditionsunternehmen/ Bessere Chancen in USA und Asien erhofft

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Berlin (vis). Das Berliner Traditionsunternehmen Bechstein hat einen neuen Hauptgesellschafter: Der koreanische Musikinstrumentenhersteller Samick übernimmt rund 60 Prozent an der C. Bechstein Pianofortefabrik Aktiengesellschaft von der Familie Schulze. Die bisherigen Hauptgesellschafter verkaufen ihre Anteile im Wert von etwa 4,2 Millionen bis 4,5 Millionen Euro an die Koreaner und erhalten im Gegenzug 15 Prozent an Samick. Geld fließe nicht, sagte BechsteinFinanzvorstand Karl-Heinz Geishecker.

Bechstein gehe die strategische Partnerschaft ein, weil es notwendig sei, „die weltweiten Aktivitäten zu optimieren und globaler zu arbeiten“, sagte Geishecker. Der europäische Markt für Klaviere und Flügel der Spitzenklasse sei hart umkämpft und wachse praktisch nicht mehr. Es finde vielmehr ein Verdrängungswettbewerb statt. Die Kooperation mit Samick sichere die Zukunft des Traditionsunternehmens und auch der Arbeitsplätze in Deutschland. Bechstein werde die Produktion in Deutschland sogar weiter ausbauen.

Bechstein erhofft sich durch die Partnerschaft nicht nur Zugang zu den asiatischen Märkten, sondern durch die Vertriebsorganisation von Samick auch eine verbesserte Position in den USA. „Heute erzielen wir einen Umsatz von zwei Millionen Euro in den USA“, sagte Geishecker. Mit der Unterstützung von Samick rechne er mit einer Verdoppelung des Umsatzes in den Vereinigten Staaten bis zum Jahr 2004. Samick verkaufe derzeit pro Jahr etwa 19000 Klaviere in den USA, Bechstein bisher 150.

Samick mit Hauptsitz in Seoul beschäftigt rund 3000 Mitarbeiter, baut jährlich 45000 Klaviere, 12000 Digitalpianos und 500000 Gitarren. Der Umsatz liegt bei etwa 270 Millionen Euro.

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