Wirtschaft : Korruption bei Telekom und Volkswagen Millionenaufträge im Gegenzug für Sponsoring

Stuttgart - In der Sponsoring-Affäre beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage erhoben. Drei ehemaligen Mitarbeitern der Deutschen Telekom und zwei Volkswagen-Angestellten werde schwere Bestechung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Montag mit und bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, in dem die beiden Unternehmen identifiziert worden waren.

Der Verdacht: Die Manager des Autokonzerns sollen im ersten Halbjahr 2010 Aufträge im Umfang von 345 Millionen Euro an die Telekom sowie eine vorteilhafte Änderung eines Einzelvertrages davon abhängig gemacht haben, dass die Bonner im Gegenzug ihr Sponsoring-Engagement vier Jahre bei dem VW-Werksverein verlängern. Der Vertrag wäre 16 Millionen Euro schwer gewesen.

Der Vertrag kam aber nicht zustande, weil sich der Telekommunikationskonzern kurzfristig gegen die Fortsetzung des Sponsorings entschieden hatte.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft den Angeklagten nun gemeinschaftliche Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr in einem besonders schweren Fall vor. Die Angeklagten im Alter zwischen 48 und 67 Jahren haben bislang kein Geständnis abgegeben.

Aufgeflogen war der Fall durch interne Prüfungen bei der Telekom. Der Konzern hatte daraufhin Ende vergangenen Jahres die Staatsanwaltschaft über den Vorfall informiert. Damit sei die Sache für die Deutsche Telekom intern abgeschlossen, sagte ein Unternehmenssprecher. Ein VW-Sprecher betonte, dass sein Unternehmen an der vollständigen Aufklärung des Falls interessiert sein.

Im Februar waren vier Geschäftsräume im gesamten Bundesgebiet und die Wohnräume dreier Angeklagter durchsucht worden. Dabei stellten die Ermittler zahlreiche Unterlagen sicher. Die Stuttgarter Anklagebehörde ist zuständig, weil einer der Beschuldigten in der baden-württembergischen Stadt wohnt. AFP/dpa

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