Korruptionsprozess : Ein Deal für Bernie Ecclestone

Im Korruptionsprozess gegen Bernie Ecclestone kann der Formel-1-Chef auf ein glimpfliches Ende hoffen. Das Landgericht München sieht nach eigenen Angaben einen Deal mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung in Reichweite.

„Es besteht die Möglichkeit einer Einigung“, sagte eine Sprecherin am Freitag. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, Ecclestone habe sich im Beisein seiner Anwälte in München auf eine Zahlung von 100 Millionen Dollar (74,6 Millionen Euro) verständigt. Das Gericht soll am kommenden Dienstag über den Wunsch der Verteidigung verhandeln, den Strafprozess einzustellen.

Bereits Anfang der Woche hatte sich die Staatsanwaltschaft, die Ecclestone wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt hat, auf Einigungsgespräche mit der Verteidigung eingelassen. Zugleich will Ecclestone seinen Streit mit der BayernLB gegen eine Zahlung von rund 25 Millionen Euro außergerichtlich beilegen, wie die Verteidiger erklärt hatten.

Die Gerichtssprecherin betonte nun, die Auseinandersetzung der BayernLB mit Ecclestone sei für das Strafverfahren belanglos. „Mögliche Schadenersatzansprüche der BayernLB sind eine zivilrechtliche Frage und damit völlig unabhängig von einem möglichen Ende des Strafverfahrens.“ Ecclestone ist vor dem Landgericht München angeklagt, den früheren BayernLBVorstand Gerhard Gribkowsky vor acht Jahren mit 44 Millionen Dollar bestochen zu haben. Gribkowsky soll damals als Gegenleistung in der Bank durchgeboxt haben, dass sie ihren Formel-1-Anteil an den von Ecclestone gewünschten Investor CVC verkaufte.

Ecclestone hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Nach Ansicht seiner Verteidiger lässt sich der Bestechungsvorwurf nicht aufrechterhalten. Auch der Vorwurf, Ecclestone habe Gribkowsky zur Untreue gegenüber der BayernLB angestiftet, lasse sich nicht belegen.Die BayernLB fordert von Ecclestone Schadenersatz, weil er durch seine Abmachungen mit Gribkowsky dafür gesorgt haben soll, dass das Institut seinen Formel-1-Anteil unter Wert verkaufte. (rtr)

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