Kosmetikkonzern : Beiersdorf verdient weniger

Der Niveahersteller erreicht seine Ziele – doch der Gewinn fällt mager aus.

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Gefragt. Nivea verkaufte sich vor allem in China und Lateinamerika gut. Foto: p-a/dpadpa

Berlin - Der Kosmetikkonzern Beiersdorf blickt optimistisch ins Jahr 2010. Bereits das vergangene Jahr konnte der Hersteller von Niveau und Tesa auch dank einer kostspieligen Werbeaktion mit relativ moderaten Umsatzeinbußen abschließen. Der Erlös sank nach vorläufigen Zahlen um weniger als vier Prozent auf 5,75 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis schrumpfte dagegen weit deutlicher: um mehr als ein Viertel auf 585 Millionen Euro. Der Konzern teilte mit, Umsatz und Ergebnis hätten im erwarteten Zielkorridor gelegen. Die Börse sah das jedoch anders und reagierte enttäuscht. Die Aktie verlor am Dienstag zeitweise mehr als drei Prozent.

Beiersdorf hatte im Sommer Kunden in Deutschland bei einem Einkauf im Wert von mehr als fünf Euro drei Euro geschenkt. In Folge der Kampagne hatte sich der Marktanteil der Tochter Nivea in Deutschland erhöht. Konkurrenten wie L’Oreal und Henkel hatten mit verstärkten Werbekampagnen in Printmedien Experten zufolge weniger Erfolg. Beiersdorf sagte jedoch nicht, wie viel Geld die Aktion gekostet hat.

Beiersdorf-Chef Thomas-Bernd Quaas wies darauf hin, dass der Konzernumsatz von Beiersdorf trotz des von der Krise geprägten Wirtschaftsumfelds im vergangenen Jahr nur leicht unter dem Rekordumsatz von 2008 gelegen habe – und versprach, auch 2010 Marktanteile hinzuzugewinnen: „Beiersdorf wird auch in 2010 schneller wachsen als der Markt.“ Eine genauere Prognose wagte er jedoch nicht.

Bereits im vergangenen Jahr entwickelten sich die beiden Unternehmensbereiche für Konsumenten und für Industriekunden sehr unterschiedlich. Der Konsumentenbereich erreichte ein organisches Wachstum von 1,2 Prozent und einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro. Dabei legten die Verkäufe in China und Lateinamerika im zweistelligen Prozentbereich zu. Allerdings macht Beiersdorf immer noch mehr als zwei Drittel seines Umsatzes in Westeuropa. Hier habe es eine rückläufige Entwicklung gegeben, teilte Beiersdorf mit.

Entspannt hat sich die Lage dagegen im Industriegeschäft. In der Klebstoffsparte Tesa, die unter dem massiven Nachfrageeinbruch der Autoindustrie gelitten hatte, belebte sich in den vergangenen Monaten das Geschäft. Die Kurzarbeit läuft nach Angaben des Unternehmens aus. Der Umsatz von Tesa lag bei 737 Millionen Euro – das entspricht einem Umsatzrückgang von zwölf Prozent. Damit habe sich Tesa jedoch in einem krisenbedingt stark rückläufigen Markt gut behaupten können, teilte Beiersdorf mit.

Viele Analysten zeigten sich von den Zahlen enttäuscht. Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres sei hinter seinen und den Markterwartungen zurückgeblieben, schrieb etwa Analyst Robert Greil vom Bankhaus Merck Finck. Vor allem das Nettoergebnis habe enttäuscht. Das Wachstum der Sparte Tesa habe dagegen leicht positiv überrascht. Analysten rechnen wegen der europaweit steigenden Arbeitslosigkeit mit einem schwierigen Jahr für Beiersdorf. vis

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