Wirtschaft : Kostenlose Angebote können teuer werden

CORINNA VISSER

Bald telefonieren wir kostenlos.Wer zu Beginn des Jahres noch scherzhaft den rapiden Preisverfall auf dem Telekommunikationsmarkt mit diesen Worten kommentierte, hat Recht behalten.Mobilcom will seinen Kunden im kommenden Jahr tatsächlich Ferngespräche zum Nulltarif anbieten.Das Unglaubliche ist wahr geworden.Und die Schleswiger Firma lehrt den Großen der Branche wieder einmal das Fürchten - zur Freude der Kunden.

Doch wie bei vielen Schnäppchen hat auch dieses Angebot seine Haken.Kostenlos kann nur telefonieren, wer eine freie Leitung bekommt - und damit sieht es schlecht aus, wie die Erfahrungen an den Weihnachtstagen zeigen.Und wie bei allen anderen Produkten auch, spielen neben dem Preis auch Qualität und Kundenfreundlichkeit eine wichtige Rolle.Groß ist der Ärger beim Kunden, wenn er die Telefongesellschaft bei Problemen nicht erreichen kann, weil dort ständig besetzt ist.Gerade in Punkto Service hat sich bei der Telekom in den letzten Jahren Erstaunliches getan, wenn das auch nicht immer bis zum letzten Mitarbeiter durchgedrungen ist.Die neuen Konkurrenten müssen beim Kundendienst erst noch zeigen was sie können.

Daß es von Nachteil sein kann, immer nur allein nach dem billigsten Anbieter zu fragen, zeigt auch folgendes Beispiel: Am fairsten ist die sekundengenaue Abrechnung der Gespräche.Darauf achten viele Kunden aber nicht, wenn sie nach Schnäppchen suchen.Um in der Rangliste der billigsten Anbieter möglichst weit vorne zu stehen, sind die Telefongesellschaften dazu übergegangen im Preis ein paar Pfennige runter zu gehen, dafür aber jede angefangene Minute voll zu berechnen.Das kommt den Kunden oft teurer - fällt aber nicht so auf.Und das Angebot, kostenlos über Mobilcom zu telefonieren, kann auch schnell mehr kosten als erwartet: Wer auch nur ein paar Sekunden länger als die kostenfreie Minute spricht, muß zahlen und zwar dann gleich für mindestens zwei Minuten.Es lohnt sich also, die Billigangebote genau zu prüfen.

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