Wirtschaft : KPMG erwartet eine weitere Zunahme der grenzüberschreitenden Zukäufe

gs

Deutsche Konzerne haben in den vergangen zehn Jahren so viele ausländische Unternehmen übernommen wie nie zuvor. Das geht aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervor. Damit reagierten die heimischen Firmen auf die zunehmende Verschärfung des internationalen Wettbewerbs und die fortschreitende politische und wirtschaftliche Integration in Europa.

Den stärksten Anstieg bei den grenzüberschreitenden Übernahmen durch deutsche Unternehmen verzeichnete laut KPMG in den vergangenen Jahren die Bereiche Post und Telekommunikation. Grund hiefür sei insbesondere die fortschreitende Liberalisierung der Märkte für Post- und Telekommunikationsprodukte. Dabei brachte die Privatisierung der staatlichen Telekommunikationsgesellschaften sowie der Eintritt zahlreicher Wettbewerber, wie zum Beispiel der Mannesmann AG, den Stein ins Rollen. Auf den Plätzen zwei und drei in der Hitparade der Branchen mit der aggressivsten Expansionspolitik folgen mit etwas Abstand die Banken und Versicherungen, sowie die deutschen Autobauer.

Insgesamt liegen die deutschen Unternehmen mit der Verstärkung ihrer Übernahmeaktivitäten voll im internationalen Trend. Denn angetrieben von der Globalisierungswelle fanden allein in den vergangen zwölf Monaten in Europa so viele Firmenzusammenschlüsse statt wie nie zuvor. Auch weltweit erreichte das M & A-Geschäft (Mergers and Acquisitions) 1999 wieder Rekordniveau. Mit einem Wert von 798 Milliarden Dollar steigerte sich das Volumen der grenzüberschreitenden Unternehmenstransaktionen nach Angaben von KPMG gegenüber dem Vorjahr um rund 47 Prozent.

Im Vergleich zu den kauffreudigen deutschen waren ausländische Unternehmen im letzten Jahrzehnt bei Investitionen in Deutschland jedoch weitaus zurückhaltender. So gaben zum Beispiel die ausländischen Autobauer im Rahmen von Unternehmensübernahmen in Deutschland im Schnitt gerade einmal halb so viel aus wie die heimischen Automobilhersteller für Übernahmen im Ausland. Allerdings könnte es in naher Zukunft zu einer Trendwende kommen. "Bei entsprechenden strukturellen Veränderungen, wie zum Beispiel in der Steuerpolitik, im Arbeitsrecht und bei den Ladenöffnungszeiten sowie bei einer weiterhin positiven Entwicklung der Börsenkultur wird sich dieser Trend umkehren und zu großen Übernahmen deutscher Unternehmen führen," sagte Thomas Ehren, Leiter des Bereich Corporate Finance der KPMG Deutschland.

Darüber hinaus geht KPMG davon aus, dass vor allem die deutschen Dienstleistungsunternehmen in Zukunft verstärkt im Ausland investieren werden. Aus geographischer Sicht, zählen vor allem die Vereinigten Staaten sowie Großbritannien und Frankreich zu den beliebtesten Zielen für die Übernahmeaktivitäten deutscher Unternehmen.

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