Wirtschaft : KPN: Der neue Chef hält an E-Plus fest

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Die deutsche Mobilfunkgesellschaft E-Plus bleibt ein wichtiger Bestandteil des angeschlagenen niederländischen Telekommunikationskonzerns KPN. "E-Plus steht nicht zum Verkauf", sagte der neue KPN-Chef Ad Scheepbouwer dem Handelsblatt. In der vergangenen Woche hatte die britische Mobilfunkgesellschaft Orange Interesse an E-Plus bekundet. Scheepbouwer: "KPN wird ein integrierter Konzern mit den Sparten Festnetz, Mobilfunk und Internet bleiben, und E-Plus ist eines unser bedeutendsten Assets."

Der bisherige Vorstandsvorsitzende der niederländische Postgruppe TPG ist am Montag zum neuen KPN-Chef berufen worden, bereits jetzt ist er Mitglied des KPN-Aufsichtsrates. Er soll zum Jahresende Paul Smits ablösen, der den Schuldenberg des Konzerns von 22,8 Milliarden Euro nicht wesentlich senken konnte. Schon vor seiner offiziellen Ernennung will Scheepbouwer sich teilweise um die Probleme bei KPN kümmern. Das Angebot, an die Spitze von KPN zu wechseln, hatte Scheepbouwer vor knapp zwei Wochen erhalten. Seine Entscheidung machte er von einer neuen Finanzspritze abhängig. Der Konzern bekommt eine weitere Kreditlinie von 2,5 Milliarden Euro, die er bis zum vierten Quartal 2004 ausschöpfen kann. "Wir haben jetzt genug Zeit, um die dringendsten Probleme von KPN zu lösen. Wir müssen bis Ende 2004 vor allem von den Banken unabhängig werden, unseren Cash-flow und die Effizienz der Geschäftsbereiche erhöhen", sagte Scheepbouwer. Noch in dieser Woche werde KPN eine Allianz von E-Plus mit einem weiteren UMTS-Lizenznehmer in Deutschland bekannt geben, kündigte der künftige KPN-Chef an. Durch die Kooperation sollen die Kosten beim Aufbau der neuen Mobilfunknetze sinken. Nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens wird Group 3G (einem Joint Venture aus Telefónica und Sonera) mit E-Plus zusammenarbeiten. Weitere Details seiner Strategie will Scheepbouwer allerdings erst im Januar nennen.

Analysten kritisierten diesen Zeitplan. "Bei KPN muss jetzt schnell gehandelt werden", fordert ein Londoner Analyst. "Es ist lächerlich, dass Scheepbouwer so lange braucht, um seine Pläne zu präsentieren." Nach Ansicht der Branchenexperten kommt der künftige Konzernchef nicht um radikale Schnitte herum, um KPN wieder auf Kurs zu bringen. "Bisher unterscheiden sich Scheepbouwers Pläne nicht sonderlich von denen seines Vorgängers", kritisiert Tim Paulus, Analyst bei Robeco. Die traditionellen Methoden, um die Profitabilität zu steigern, würden nicht ausreichen, die Bilanz von KPN zu verbessern. Rabo-Analyst Arian Dorestijn fordert einschneidende Maßnahmen: "Wenn sich der Schuldenabbau ewig hinzieht, bleibt KPN weiter eine lahme Ente."

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