Wirtschaft : KPN: Der niederländische Telefonkonzern schreibt schwarze Zahlen

Durch den Verkauf von Anteilen an seiner Mobilfunktochter KPN Mobile hat der niederländische Telefonkonzern KPN im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Wie KPN am Montag in Amsterdam mitteilte, erwirtschaftete der Konzern im Jahr 2000 einen Überschuss von 1,87 Milliarden Euro (3,67 Milliarden Mark). Grund sei der Verkauf eines 15-prozentigen KPN-Mobile-Anteils an die japanische NTT DoCoMo. Ohne diesen Sonderposten hätte das niederländische Unternehmen einen Verlust nach Steuern von 626 Millionen Euro (gut 1,2 Milliarden Mark) verbucht. Am seit langem angestrebten Börsengang von KPN Mobile will die Muttergesellschaft weiter festhalten.

KPN hatte im Zuge seiner strategischen Partnerschaft mit NTT DoCoMo für vier Milliarden Euro Anteile der Mobilfunktochter an die Japaner verkauft. Einschließlich weiterer Sondereinflüsse belief sich der KPN-Umsatz im vergangenen Jahr auf 13,5 Milliarden Euro. Ohne die Einmalfaktoren erzielte der Ex-Monopolist Einnahmen in Höhe von 11,2 Milliarden Euro. Dies entsprach einem Anstieg von gut 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Kauf von 77,5 Prozent am deutschen Mobilfunkunternehmen E-Plus kostete KPN einschließlich Investitionen 10,6 Milliarden Euro. Für neue UMTS-Mobilfunklizenzen gab KPN nach eigenen Angaben 8,7 Milliarden Euro aus. Die Schulden des Konzerns erhöhten sich damit bis zum Jahresende von 4,6 auf 21,9 Milliarden Euro. KPN betonte, vorrangiges Ziel sei nun der Schuldenabbau. Dazu werde das Unternehmen Anteile und Geschäftsbereiche verkaufen, "die nicht Teil seines Kerngeschäfts sind". Die Gruppe wollte noch am Montag eine Liste mit 20 Bereichen veröffentlichen, von denen sie sich trennen will oder die einer Umstrukturierung unterzogen werden sollen.

Parallel zur Bekanntgabe der KPN-Zahlen ging die Debatte über die Zukunft des deutschen Mobilfunkmarktes weiter. So sollen die Handytarife trotz befürchteter Milliardenverluste durch die UMTS-Einführung nach Einschätzung des Deutschen Verbandes für Post und Telekommunikation (DVPT) stabil bleiben. "Die Tarife werden mit ziemlicher Sicherheit nicht steigen", sagte der DVPT-Vorsitzende Manfred Herresthal am Montag dem Saarländischen Rundfunk.

Auch Ladenpreise für Mobiltelefone würden "nicht ins Uferlose gehen". Vor allem die Hersteller von Mobilfunkgeräten seien gegen eine große Erhöhung, sagte Herresthal. "Wenn die Handy-Preise Richtung eintausend Mark gehen, dann fürchte ich einfach, dass denen der Markt wegbricht." Nach Medienberichten will die Telekommunikationsbranche künftig Herstellerpreise für die Geräte verlangen und Gesprächsgebühren erhöhen, um die Anlaufkosten der neuen Mobilfunk-Generation UMTS zu finanzieren. Besonders betroffen seien so genannte Prepaid-Angebote, also Handys mit Guthabenkarten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben