Kraftstoff : Energieagentur lobt Biosprit aus Reststoffen

IEA hält vier Prozent bei Treibstoff für möglich

Berlin - Die Internationale Energieagentur (IEA) hält die zweite Generation der Biokraftstoffe für klimafreundlicher und weniger problematisch in den Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion als die derzeit gängigen Biosprit- Pflanzen. In einer gemeinsam mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) im Auftrag des deutschen Entwicklungsministeriums erarbeiteten Studie kommt der Hauptautor Anselm Eisentraub zu dem Schluss, dass mit zehn Prozent der weltweit verfügbaren Reststoffe aus der Land- und der Forstwirtschaft – etwa Stroh oder Holzreste – gut vier Prozent des derzeitigen Kraftstoffbedarfs erzeugt werden könnten. Das wären etwa 125 Milliarden Liter Diesel oder 170 Milliarden Liter Ethanol pro Jahr.

Mike Enskat von der GTZ hält den Aufbau von Produktionskapazitäten für eine wirtschaftliche Chance in ländlichen Räumen auch der Entwicklungsländer. Allerdings müssten die Fehlentwicklungen, die beim ersten Biosprit-Boom 2007/2008 zutage getreten sind, „vermieden werden“. Anselm Eisentraub gab bei der Vorstellung der Studie in Berlin zu, dass das errechnete Potenzial für Biosprit der zweiten Generation ein „rein technisches, nicht wirtschaftliches“ sei. In vielen Ländern fehlt schlicht die Infrastruktur, um die Reststoffe zu transportieren. Dort stellt sich zudem die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, aus den Reststoffen über den Umweg einer Biogasanlage die Holzkohle zum Kochen zu ersetzen und gleichzeitig Strom zu erzeugen. deh

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