Wirtschaft : Krank sein kostet

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Damit die Krankenversicherungsbeiträge im kommenden Jahr sinken können und die Arbeitgeber dann neue Jobs schaffen, müssen die Versicherten tief in die Tasche greifen und für viele Leistungen selber aufkommen, die bislang von der Kasse erstattet wurden. Das haben Regierung und Opposition beschlossen – ein endgültiges Gesetz darüber gibt es freilich noch nicht.

Belastet werden die Versicherten etwa bei den Zuzahlungen in der Apotheke: Pro ArzneimittelPackung müssen sie mindestens fünf und maximal zehn Euro berappen – insgesamt soll die Belastung aber nur bei zwei Prozent des Bruttoeinkommens liegen, für chronisch Kranke – Diabetiker zum Beispiel – nur bei einem Prozent. Kinder unter 18 Jahren müssen gar nichts zuzahlen. Medikamente, die nicht vom Arzt verschrieben werden, zahlen die Patienten künftig fast immer selbst – Ausnahmen gibt es bei Kindern bis zu zwölf Jahren und speziellen Erkrankungen. Auch die 39 Millionen Träger einer Brille in Deutschland bekommen keine Zuschüsse mehr von der Sozialversicherung. Einschränkungen gibt es auch bei der künstlichen Befruchtung, die nur noch zur Hälfte von der Versicherung bezahlt wird, und das auch nur noch bei drei Versuchen.

Wer zum Arzt geht, muss künftig eine Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal bezahlen. Wer eine Überweisung vom Hausarzt an den Facharzt besitzt, ist davon indes befreit. Auch für jeden Tag im Krankenhaus wird ein Eintrittsgeld fällig, die Höchstgrenze liegt allerdings bei 280 Euro, das entspricht 28 Tagen Liegezeit. Patienten, die sich für die Fahrt zum Arzt und wieder zurück ein Taxi gönnen, müssen dafür auch selbst aufkommen. Das Krankengeld müssen die Versicherten ab 2007 ebenfalls übernehmen. Für den Lohnersatz bei langer Krankheit zahlen sie dann 0,25 Prozent ihres Bruttoeinkommens. Gestrichen werden außerdem das Sterbegeld (bislang 525 Euro) und das Entbindungsgeld (bislang 77 Euro). Sterilisationen zahlen die Kassen nicht mehr, auch nicht Potenzmittel wie Viagra. brö

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