Krankenkasse : BKK Gesundheit und DAK fusionieren

Im zweiten Anlauf ist es nun doch etwas geworden. Zum Januar kommenden Jahres schließen sich die beiden gesetzlichen Krankenversicherer DAK und BKK Gesundheit zu einem gemeinsamen Unternehmen zusammen.

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Beide Kassen gelten als finanziell angeschlagen, seit eineinhalb Jahren verlangen sie von ihren Mitgliedern Zusatzbeiträge. Mit der Fusion kommt die neue DAK-Gesundheit mit Sitz in Hamburg auf 5,1 Millionen Mitglieder und rund 6,6 Millionen Versicherte. Sie ist damit dann die mit Abstand drittgrößte bundesweite Krankenkasse – nach der Barmer GEK und der Techniker Krankenkasse.

Am Dienstag stimmte der Verwaltungsrat der DAK dem Vorhaben zu, die Gremien der BKK Gesundheit hatten es bereits in der vergangenen Woche abgesegnet. Von der Fusion erhoffen sich beide Institute Kosteneinsparungen. Anders als die kleinere BKK Gesundheit ist die DAK flächendeckend durch Geschäftsstellen vertreten. Das DAK-Netz werde nun durch eine Million neue Versicherte besser ausgelastet, sagte DAK-Chef Herbert Rebscher dem „Handelsblatt“. Daraus entstünden „erhebliche Synergieeffekte“. Gleichzeitig profitiere man von der starken Verankerung der BKK Gesundheit in großen Betrieben. Deren Vorstand Thomas Bodmer kündigte denn auch an, dass die neue Kasse bei betrieblichen Gesundheitsangeboten führend sein werde.

Schon vor einem Jahr hatten beide Kassen Fusionsverhandlungen aufgenommen, die Gespräche aber nach wenigen Wochen wieder beendet. Durch erhebliche Mitgliederverluste könnte der Fusionsdruck in der Zwischenzeit weiter gewachsen sein. Vorsitzender der neuen Kasse soll der bisherige DAK-Chef Rebscher werden. Für die Vizeposten wurden DAK-Vize Claus Moldenhauer sowie Thomas Bodmer vorgeschlagen. Für die Versicherten ändert sich nichts, sie bekommen lediglich neue Ausweise zugeschickt.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Zusammenschlüsse größerer Kassen. Im August hatte sich die Vereinigte IKK mit der IKK Classic zusammengetan (3,6 Millionen Versicherte). Barmer und GEK machen seit 2010 gemeinsame Sache, die Techniker Krankenkasse und die IKK Direkt seit 2009. Die BKK für Heilberufe mit 120 000 Mitgliedern dagegen steht möglicherweise vor der Schließung. Eine Fusion mit der „BKK vor Ort“ war vorige Woche gescheitert. Obwohl man weitere Fusiongespräche führe, sei damit zu rechnen, dass das Bundesversicherungsamt Schritte zur Schließung einleite, hieß es beim BKK-Bundesverband. Im Juli war mit der City BKK erstmals eine gesetzliche Kasse geschlossen worden.

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