Wirtschaft : Krankenkasse jagt Blaumacher

BKK veröffentlicht Ärztelisten

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Berlin (ce). Um Blaumachern auf die Schliche zu kommen, greift die Betriebskrankenkasse (BKK) Hamburg zu ungewöhnlichen Mitteln: So hat die Kasse eine Liste mit zehn Hamburger Arztpraxen veröffentlicht, die durch besonders häufiges Krankschreiben auffällig geworden sein sollen. Mehr als 2000 Hamburger Firmenchefs hätten per Post die Aufforderung erhalten, die verdächtigen „Blaumacher“ in der Mitarbeiterschaft zu melden, berichten verschiedene Hamburger Zeitungen am Freitag. Den Unternehmen unterbreitet die BKK Hamburg das Angebot, im Verdachtsfall einen Hausbesuch bei einem krank geschriebenen Mitarbeiter abzustatten. „Blaumacher werden sofort entlarvt und nehmen ihre Tätigkeit wieder auf“, wird aus dem Brief zitiert. Die Liste mit den betroffenen Ärzten, die überdurchschnittlich oft krankgeschrieben haben, liege der Post bei. Derzeit wird geklärt, ob die BKK Hamburg mit einer solchen Veröffentlichung gegen den Datenschutz verstoßen hat.

Ein ähnliches Vorgehen können sich andere Krankenkassen nicht vorstellen. „Das kommt nicht in Frage“, sagt ein Sprecher der Deutschen AngestelltenKrankenkasse (DAK). Die Krankschreibung sei „Sache zwischen Arzt und Patient“. Mit einem überraschenden Hausbesuch ihres Krankenkassen-Sachbearbeiters müssen auch Versicherte der Techniker Krankenkasse derzeit nicht rechnen. Nur in konkreten Verdachtsfällen werde der Medizinischen Dienst zur Hilfe gerufen. Es sei auffällig, dass die Krankgeschriebenen dann meist wieder pünktlich gesund würden. Ärztelisten führe die TK aber nicht, sagte eine Sprecherin.

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