Wirtschaft : Krankenkassen fordern Pillenversand per Post

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Die gesetzlichen Krankenkassen werden in diesem Jahr erstmals mehr Geld für Arzneimittel als für Arzthonorare ausgeben. Die Ersatz- und Betriebskrankenkassen fordern daher von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), den Versandhandel von Arzneimitteln zu erlauben. Bislang dürfen in Deutschland nur traditionelle Apotheken Medikamente verkaufen. Durch den Versandhandel könnten die Kassen 600 Millionen Mark sparen, haben Experten für die "Initiative für den Arzneimittelversand" ausgerechnet. Die dort zusammengeschlossenen 31 Ersatz- und Betriebskrankenkassen haben am Mittwoch ein Sieben-Punkte-Programm vorgelegt.

Demnach sollen Apotheker den kontrollierten Arzneimittelversand überwachen und ausschließlich vom Arzt verschriebene Medikamente versenden. Ein amtliches Gütesiegel soll den Kunden versichern, dass dort nur zugelassene Medikamente dort gehandelt werden. Allein die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) rechnet mit zwölf Prozent Mehrausgaben in diesem Jahr durch die höheren Ausgaben für Arzneimittel. "In Beitragssatzzahlen ausgedrückt heißt das ein Plus von 0,2 Prozentpunkten", sagte Ingo Kailuweit, Vorstandschef der KKH. Und Götz Emrich, Vorstandschef der BKK Post, schlägt Gesundheitsministerin Schmidt vor, einen Modellversuch zuzulassen. Pillen per Post sind nur für chronisch Kranke sinnvoll, da nur sie ihr Rezept einige Tage im Voraus in der Versandapotheke einreichen können. Emrich glaubt daher, dass Diabetiker sich für einen solchen Versuch eignen.

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