Wirtschaft : Krankenkassen machen Überschuss

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Berlin Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr trotz der Ausgabenexplosion bei Arzneimitteln einen Milliardenüberschuss erwirtschaftet. Das Plus von 1,03 Milliarden Euro werde sich im zweiten Halbjahr noch deutlich erhöhen, sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Freitag in Berlin. Dann kämen die zusätzlichen Einnahmen aus den Weihnachtsgeldzahlungen hinzu. Vor diesem Hintergrund erwarte sie für das Gesamtjahr 2005 einen Überschuss von deutlich mehr als zwei Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2004 lag das Plus allerdings bei 2,42 Milliarden Euro. Die Nettoschulden der Kassen können in diesem Jahr nach Ansicht der Ministerin komplett abgebaut werden. „Die Gesundheitsreform wirkt“, sagte Schmidt. Die Nettoschulden der gesetzlichen Krankenversicherung gingen 2004 bereits von sechs Milliarden Euro auf 1,8 Milliarden Euro zurück.

Schmidt forderte Kassen und Ärzte auf, die Ausgaben weiter zu begrenzen. Nach der Ausgabenexplosion bei Arzneimitteln mit einer Steigerung um 20 Prozent im ersten Halbjahr gehe der Anstieg zwar zurück, bleibe aber immer noch zu hoch. Der durchschnittliche Beitragssatz der Krankenversicherung liegt derzeit bei 13,26 Prozent. Im ersten Halbjahr 2005 betrug er nach Angaben des Ministeriums noch 14,19 Prozent, 2004 waren es 14,25 Prozent. Die „Bild“-Zeitung berichtete am Freitag dagegen, die Beitragssätze seien bisher kaum gesunken. Interne Berechnungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft hätten ergeben, dass sie im August bei durchschnittlich 14,16 Prozent lagen. Darin sei der Zusatzbeitrag für Zahnersatz und Krankengeld eingerechnet. Die Leistungsausgaben der Krankenkassen stiegen in den ersten sechs Monaten je Mitglied um 3,6 Prozent. Die Ausgaben für Zahnersatz gingen um mehr als ein Drittel zurück. Das gehe auf Anlaufschwierigkeiten wegen des neuen Preissystems mit Festzuschüssen zurück. dpa

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