Wirtschaft : Krankenkassen stoppen Kündigungen

-

Berlin Die großen gesetzlichen Krankenkassen haben den Mitgliederschwund in diesem Jahr deutlich bremsen können. „Die Zahl der Kündigungen ist im Vergleich zu früher stark zurückgegangen“, sagte der Sprecher der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK), Frank Meiners, dem Tagesspiegel. Auch die Barmer Ersatzkasse (BEK) verzeichnete bei ihren Mitgliederzahlen eine positive Entwicklung. Während die BEK als größte deutsche Krankenkasse von Januar bis September 2003 noch 220000 Mitglieder verloren hatte, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres nur noch 57000, sagte ein Sprecher dieser Zeitung.

Damit scheinen Zusatzangebote der Kassen wie Bonusprogramme, die die Kassen seit der Gesundheitsreform im Januar anbieten dürfen, zu wirken. Viele Versicherte wechseln aber auch nicht, weil zahlreiche Betriebskrankenkassen, die in der Vergangenheit vor allem junge, gesunde Menschen mit billigen Tarifen angelockt hatten, zuletzt deutlich teurer geworden sind – und damit für Wechselwillige weniger attraktiv.

„Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen, die in der Vergangenheit wegen des Beitragssatzes zu einer kleineren Kasse gewechselt sind, jetzt wieder zu uns zurückkommen“, sagte Barmer-Sprecher Thorsten Jakob. Daneben habe sich die Einführung von Selbstbehalttarifen bemerkbar gemacht. Zudem hätten sich durch neue Bonussysteme, die gesundes Verhalten fördern, neue Mitglieder gewinnen lassen.

Auch für die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) ist das vergangene Jahr zufriedenstellend verlaufen. Zwar ist die Zahl der Mitglieder von September 2003 bis September 2004 um rund 20000 auf 1,82 Millionen leicht gesunken. Im Vorjahreszeitraum aber hatte das Minus noch bei über 130000 gelegen. „Damit haben wir uns deutlich stabilisiert“, sagte KKH-Sprecher Ahnefeld.

Die Techniker Krankenkasse hat nach Angaben einer Sprecherin seit Jahresbeginn sogar fast 188000 Mitglieder auf insgesamt 3,7 Millionen Mitglieder dazugewonnen. Das waren mehr als im gesamten Vorjahr. Gleichzeitig wechselten deutlich weniger TK-Versicherte als im Vorjahr zu Betriebskrankenkassen oder den Privaten. awm/pet

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben