Wirtschaft : Krankenversicherung: Patienten sollen mehr zahlen

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Der Virchow-Bund der niedergelassenen Ärzte will Patienten stärker zur Kasse bitten. "Es kann nicht mehr so weitergehen, dass jeder alles auf Kosten der Gesetzlichen Krankenversicherung erhalten kann", sagte Maximilian Zollner, Bundesvorsitzender des Virchow-Bundes, auf der Bundeshauptversammlung am Freitag in Berlin. Die Gesetzliche Krankenversicherung solle nur noch für die Grundversorgung der Patienten zahlen. Für Zusatzleistungen wie Psychotherapie oder eigene Risiken wie Rauchen, falsche Ernährung oder Risikosportarten müssten Versicherte künftig selbst aufkommen oder eine Zusatzversicherung abschließen, forderte Zollner.

Der Vorschlag stieß bei Parlamentariern der Regierungskoalition auf wenig Gegenliebe. "Wir wollen keine neoliberalen Aufweichungen der Gesundheitspolitik", sagte Gesundheitsexpertin Monika Knoche von Bündnis 90 / Die Grünen. Eine Aufspaltung in Kern- und Regelleistungen dürfe es nicht geben. Es müsse aber sichergestellt sein, dass nur medizinisch notwendige Leistungen von der Kasse bezahlt würden.

Auch Klaus Kirschner (SPD), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag, wies den Vorschlag des Virchow-Bundes zurück. "Alle Patienten müssen einen Anspruch darauf haben, dass der Pflichtversicherungskatalog alle medizinisch notwendigen Leistungen umfasst", sagte Kirschner.

Unterstützt wurden die Ärzte dagegen durch der Opposition. Wolfgang Zöller (CSU), sprach sich für die Definition von "Kernleistungen" in der Gesetzlichen Krankenversicherung aus, vergleichbar der Grundversorgung. Versicherungsfremde Leistungen und solche, die gesundheitspolitisch nicht zwingend notwendig seien dürften nicht von der Kasse bezahlt werden.

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