Krankheitsdetails : Post speicherte Daten von Mitarbeitern

Die Deutsche Post hat in mindestens zwei Briefzentren jahrelang sensible Krankendaten von Mitarbeitern gespeichert.

Hamburg/Bonn/Berlin - Beschäftigte des Unternehmens hätten dies „entgegen aller Richtlinien“ zum Datenschutz getan, es handle sich um Einzelfälle, sagte eine Post-Sprecherin am Samstag. Der Post seien die Vorfälle seit dem vergangenen Jahr durch anonyme Beschwerden von Mitarbeitern bekannt. Die Post habe sofort reagiert und die sensiblen Daten „natürlich sofort gelöscht“.

Der „Spiegel“ berichtete, selbst intimste Krankheitsdetails wie genaue Beschreibungen psychischer Erkrankungen oder Zustandsbeschreibungen von Mitarbeitern mit schweren Herzerkrankungen oder Darminfekten seien gespeichert worden. Die Daten seien häufig mit klaren Handlungsempfehlungen verbunden gewesen, etwa auf die Beschäftigten einzuwirken, in den Vorruhestand zu gehen oder ihr Tätigkeitsfeld im Konzern zu wechseln.

Nach Angaben des Magazins, das sich auf ihm vorliegende Unterlagen beruft, wurden Krankendaten „in einigen großen Briefzentren“ gespeichert. Die Unternehmenssprecherin sagte, allein die Briefsparte der Post beschäftige 170 000 Mitarbeiter. Individuelles Fehlverhalten einzelner sei nie ganz auszuschließen. Der Konzern könne aber ausschließen, „dass solches Fehlverhalten toleriert wird“. Nach Bekanntwerden der Verstöße habe die Post die Mitarbeiter erneut geschult, „damit wirklich alle wissen, wie mit Gesundheitsdaten umzugehen ist“.

Auch andere frühere Staatskonzerne wie die Bahn und die Telekom sind in der Vergangenheit lax mit dem Datenschutz umgegangen. Die Bahn hatte sich unter anderem über Detektive Daten über Kontobewegungen sowie Steuerdaten ihrer Mitarbeiter verschafft. Der frühere Konzernchef Hartmut Mehdorn und vier Vorstände mussten deshalb zurücktreten. Bei der Telekom sollen Mitarbeiter, Aufsichtsräte, Gewerkschafter und Journalisten auf Anweisung der ehemaligen Topmanager Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke ausgespäht worden sein. AFP/pet

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