Wirtschaft : Krauss-Maffei lagert Panzerschmiede aus

Mannesmann-Tochter bringt Wehrtechnik in Joint-Venture mit Rüstungskonzern Wegmann ein

MÜNCHEN (tmh).Die jüngst von Mannesmann eingegliederte Panzerschmiede Krauss-Maffei AG, München, bringt ihr wehrtechnisches Geschäft in ein Joint-Venture mit dem Kasseler Rüstungskonzern Wegmann & Co ein.Obwohl Krauss-Maffei daran nur einen Minderheitenanteil von 49 Prozent hält, sei das nicht der Ausstieg von Mannesmann aus der Rüstung, betonte ein Krauss-Maffei-Sprecher auf Anfrage in München.Vielmehr sei das Bündnis mit Wegmann der erste Schritt zu einer europaweiten Konzentration der Rüstungsindustrie im konventionellen Bereich. "Unsere Türen sind offenÒ, heißt es dazu aus dem Krauss-Maffei-Vorstand.Damit sind nach Ansicht von Insidern vor allem europäische Rüstungsfirmen gemeint und weniger der verbliebene Wettbewerber im Inland, Rheinmetall.Das Verteidigungsministerium in Bonn müsse auch weiterhin mehr als einen Anbieter haben.Mit dem Bündnis zwischen Krauss-Maffei und Wegmann sind vorerst alle Spekulationen um diese beiden Firmen und Rheinmetall vom Tisch.Sitz der neuen Gesellschaft mit dem Namen Krauss-Maffei-Wegmann GmbH ist München.Krauss-Maffei werde trotz der Minderheitsposition im Joint-Venture bei Rüstungsprojekten auch weiterhin als Generalunternehmer eine entscheidende Rolle spielen, heißt es bei den Produzenten des Leopard-Panzers offiziell.Es sei eine partnerschaftliche Lösung, bei der die "BonbonsÒ zwischen Krauss-Maffei (Firmensitz und -name) sowie Wegmann (Mehrheit) gerecht verteilt seien. Zum gemeinsamen Umsatz von rund 1,2 Mrd.DM steuert Krauss-Maffei nach eigenen Angaben rund 60 Prozent bei.Das Gemeinschaftsunternehmen wird rund 1900 Mitarbeiter beschäftigen.Stelleneffekte habe der Zusammenschluß nicht, weil sich die Geschäfte beider Partner ergänzen.Die Fusion der Entwicklungs- und Produktionspotentiale stärke vielmehr die gemeinsame Marktposition.Hinter den Staatsfirmen Viêkers (Großbritannien) und Giat (Frankreich) wäre Krauss-Maffei-Wegmann die Nummer drei der konventionellen Rüstungskonzerne Europas.Der Zusammenschluß muß vom Kartellamt noch abgesegnet werden.Keinesfalls bedeute die Ausgliederung der Wehrtechnik eine Zerschlagung von Krauss-Maffei, hieß es.Vor kurzem hat der Münchner Konzern den mittlerweile tragenden Geschäftsbereich Kunststofftechnik in eine Holding mit der Mannesmann Demag eingebracht, an der die Münchner 90 Prozent halten.Auch diese Holding hat ihren Sitz in München.Damit sei der strukturelle Umbau bei Krauss-Maffei beendet, sagte ein Sprecher.Bei anderen Geschäftsbereichen wie Verkehrstechnik, wo man mit Siemens verbündet ist, oder der Verfahrenstechnik werde es zu keinen großen Veränderungen mehr kommen.Auch Mannesmann hat Spekulationen über eine Zerschlagung von Krauss-Maffei jüngst zurückgewiesen.Allerdings hatte Krauss-Maffei-Vorstand Gerhard Haas vor kurzem auch die jetzt auf den Weg gebrachte Ausgliederung der Wehrtechnik noch klar dementiert.Der inzwischen zu Grundig gewechselte, ehemalige Krauss-Maffei-Chef Wollschläger hatte vor Jahresfrist eine damals schon drohende Ausgliederung der Rüstung oder der Kunststofftechnik bei Krauss-Maffei noch als "WahnsinnsfehlerÒ gebrandmarkt.

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