Wirtschaft : Krauss-Maffei will sich von Lokomotiven und Rüstung trennen

MÜNCHEN (cbu/HB).Als "sinnvoll und klug" bezeichnete Jörg Starke, der neue Vorstandsvorsitzende der Mannesmann Demag Krauss-Maffei AG mit Sitz in München, die Neustrukturierung des gesamten Unternehmensbereichs im Düsseldorfer Mannesmann-Konzern.Rückwirkend zum 1.Januar 1999 wurden die Mannesmann Demag AG und die Krauss-Maffei AG zu einem neuen Konzernbereich zusammengeschlossen.Damit befindet sich der "klassische Maschinenbau" von Mannesmann unter einem Dach.Verlustbringende Sparten wurden abgestossen.Jetzt verfüge man über eine "klares Produktportfolio", betonte Starke.

Derzeit werde mit dem Siemens-Konzern über den Verkauf der Maffei Verkehrstechnik GmbH verhandelt.Ein Siemens-Sprecher bestätigte ein Interesse des Konzerns.Auf lange Sicht sei ein völliger Ausstieg aus dem traditionellen Rüstungsgeschäft nicht ausgeschlossen, so Starke weiter.Die Wehrtechnik wurde in ein Joint Venture mit der Wegmann-Gruppe, Kassel, eingebracht, an dem Krauss-Maffei noch 49 Prozent hält."Die Krauss-Maffei AG in ihrer alten Struktur ist nicht mehr da", sagte der Finanzchef Joachim Rauhut zum Konzernumbau.

Der neue Demag Krauss-Maffei-Konzern, in dem die Mannesmann-Gruppe ihr Maschinenbaugeschäft bündelt, will 1999 bei stagnierendem Umsatz den Gewinn steigern.Allerdings sank in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres der Auftragseingang um 14 Prozent auf 566 Mill.Euro.Der Umsatz - ohne die nicht mehr einberechnete Wehrtechniksparte - ging um fünf Mill.auf 621 Mill.Euro zurück."Von der Abschwächung der Maschinenbaukonjunktur sind auch wir nicht verschont geblieben", erklärte Starke, der im Dezember den Vorsitz übernommen hatte.

Hauptpfeiler der neuen Gruppe ist der Maschinenbau-Bereich Kunststofftechnik, in dem sich der Konzern als Weltmarktführer sieht.Weitere Standbeine sind Verdichter, Verfahrens- und Lasertechnik.Verlustgeschäfte wie Energie-, Umwelt- und Petrotechnik wurden verkauft.

1998 hatte der alte Krauss-Maffei-Konzern 1,55 Mrd.Euro (3,03 Mrd.DM) umgesetzt.Das Bruttoergebnis vor Steuern sei von 42 Mill.Euro auf einen fast dreistelligen Millionenbetrag gestiegen, sagte Starke ohne nähere Angaben zu machen.Vor allem wegen hoher Demag-Verluste lag das rechnerische Bruttoergebnis der neuen verschmolzenen Gesellschaft bei nur 23 Mill.Euro.Die Zahl von 11 100 Mitarbeitern soll sich 1999 nicht wesentlich verändert.

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