KREATIVE : Magnetismus der Metropole

Berlin ist anziehend. Vor allem die Kreativwirtschaft profitiert von diesem Magnetismus der Metropole. Film und Fernsehen, Musik, Werbung, Multimedia, Games, Design, Mode – das People-Business lebt von kreativen Köpfen, die in Berlin leben und arbeiten wollen. Dafür hätte es eigentlich nicht des „Leuchtturms“ bedurft, mit dem der Senat beschreibt, wie richtungweisend die Branche für die regionale Wirtschaft ist.

„Berlin ist unangefochten der Hotspot der Kreativen aller Sparten und Branchen“, sagt Petra Müller, Geschäftsführerin des Medienboards Berlin-Brandenburg. Ein Viertel der gut 100 Firmen, die sich 2007 neu angesiedelt haben, stammt aus der Kreativwirtschaft. Nach Angaben des Medienboards zählt die Branche – ohne Mode-, Design- und Architektur-Büros – 147 000 Beschäftigte, die in 15 000 Firmen einen Umsatz von 19 Milliarden Euro erwirtschaften. Zwischen 2000 bis 2005 lag das Wachstum bei 20 Prozent.

So beeindruckend die Statistik ist, sie zeigt zugleich, dass sich die Stadt nicht mit großen Namen und Konzernen schmücken kann, sondern mit vielen Mittelständlern, die im Wettbewerb stehen – und deren Kunden häufig nicht in Berlin, sondern in anderen Regionen sitzen. Und die nach wie vor Förderung brauchen. Anfang 2008 legte die Investitionsbank Berlin einen mit 30 Millionen Euro dotierten Risikokapitalfonds speziell für die Kreativwirtschaft auf. Das Medienboard gab 2007 rund 30 Millionen Euro für 270 Projekte aus – und sorgte damit für Umsätze in Höhe von knapp 133 Millionen Euro in der Region.

Berlin ist dennoch nicht, wie nach der Wende prognostiziert, Hauptstadt der TV-Sender und Werbeagenturen geworden. Aber: die Kreativbranche weist ein überproportionales Wachstum, ein positives Geschäftsklima und ein hervorragendes Image auf. „Das sorgt für Umsatz und Arbeitsplätze“, sagt Petra Müller. In Zukunft will sich die Stadt stärker als Standort der Inhalte in der digitalen Welt profilieren. Motiviert wird man vom rasanten Wachstum der Computerspiele- Entwickler, die sich international einen Namen gemacht haben. Auf dem Games-Markt, der weltweit schon größer als die Filmwirtschaft ist, hat Berlin als Vorreiter Chancen. Schon 2000 wurde hier die Games- Academy gegründet, die erste Spezialschule für PC- und Videospielproduktion im deutschsprachigen Raum. mot

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben