Kredit für Europa : Rettungsfonds platziert erste Anleihe

Erleichterung in der Euro-Zone: Der Euro-Rettungsfonds EFSF hat am Dienstag erfolgreich die erste Anleihe auf dem Kapitalmarkt platziert. Die Nachfrage war riesig.

Mehr als 500 Gebote lagen vor, aus aller Welt gingen Kaufaufträge im Volumen von 43 Milliarden Euro ein. Dabei wollte man für den Anfang bloß fünf Milliarden Euro einsammeln, um Kredite an Irland geben zu können. Das hoch verschuldete Land hat bislang als erstes Euro-Land Hilfen aus dem Rettungsfonds beantragt.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) wertete das Interesse an der ersten Anleihe positiv. „Das zeigt, dass das Vertrauen in die europäische Handlungsfähigkeit ganz offensichtlich da ist“, sagte Brüderle am Dienstag in Berlin. „Und das bestärkt mich eigentlich in meiner Einschätzung, dass das Volumen, was als Rettungsschirm vorgesehen ist, hinreichend ist.“

In den vergangenen Wochen waren immer wieder Stimmen laut geworden, die eine Aufstockung des EFSF gefordert hatten. Der Rettungsfonds, der nach der Griechenland-Krise im vergangenen Mai ins Leben gerufen wurde, verfügt zwar nominell über ein Volumen von 440 Milliarden Euro. Davon kann er aber nur etwa 250 Milliarden Euro an kriselnde Euro-Staaten verleihen: Um die Spitzennote AAA und damit günstige Zinsen am Kapitalmarkt zu sichern, muss der Fonds einen Teil des Volumens als Sicherheit hinterlegen und zudem Barreserven bilden. Unter anderen setzt sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso für eine Verstärkung des Fonds ein. Die deutsche Regierung, insbesondere die FDP, wehrt sich bislang dagegen.

2013 läuft der EFSF ohnehin aus. Bis dahin muss eine Nachfolgeregelung gefunden werden. Die Schuldenstaaten wünschen sich eine gemeinsame Euro-Anleihe. Im Verbund mit kreditwürdigen Ländern wie Deutschland könnten sie Geld zu günstigeren Konditionen ausleihen. Die Befürworter einer solchen Lösung aber stoßen auch hier auf harten Widerstand bei der Bundesregierung. Die Deutschen fürchten unter anderem, dann ihrerseits an Kreditwürdigkeit zu verlieren. Für Marktbeobachter hingegen zeigt der Erfolg vom Dienstag, dass „der EFSF bei den Anlegern ein hoch angesehener Emittent ist“, wie Unicredit-Rentenstratege Kornelius Purps erklärt. Helaba-Analyst Ralf Umlauf fügt hinzu: „Das ist vielleicht schon ein Schritt in Richtung Euro-Bond.“ Der erste Probelauf sei jedenfalls gelungen. mirs/rtr

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