Wirtschaft : Kreditanstalt für Wiederaufbau hat rund zwei Millionen Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert

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Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat die deutsche Wirtschaft und deutsche Privathaushalte 1999 zwar mit Krediten im Rekordwert von 43 Milliarden Euro - nach 33 Milliarden Euro im Vorjahr - unterstützt, aber das Geschäft könnte reibungsloser verlaufen. Vorstandssprecher Hans Reich jedenfalls sieht Defizite in der Zusammenarbeit mit den privaten Banken, den Landes- und Volksbanken sowie den Sparkassen. Das rührt zum einen daher, dass nur wenige Kreditinstitute die Kunden auf die günstigen Baukredite der KfW hinweisen, wie KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Matthäus-Maier sagt, und dass sich die Geldhäuser angeblich aus der vermeintlich unattraktiven Finanzierung des Mittelstandes zurückziehen und damit der KfW zusätzliche Aufgaben und vor allem Risiken zuschieben. Vor Weihnachten hat sich Reich deshalb mit den Vorständen der anderen Kreditinstitute zusammengesetzt. Erstes konkretes Ergebnis: Gemeinsam wird untersucht, wie die Banken Risiken aus der Unterstützung des Mittelstandes abfedern können.

"Die Richtung der Maßnahmen ist klar", sagte Reich am Donnerstag in Frankfurt (Main). "Die Kreditabwicklung muss vereinfacht werden, um Kosten zu senken. Neue Produkte und Instrumente müssen entwickelt werden, die risikoentlastend für die Institute wirken." Nach Auffassung von Reich ist die Unterstützung des Mittelstandes ein zentraler Faktor für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. Die von der KfW 1999 geförderten Mittelständler hätten je 100 bestehender Arbeitsplätze acht neue geschaffen. "Das ist ein Wert von dem Großunternehmen nur träumen können", sagt Reich. Insgesamt habe die KfW mit ihren Krediten im vergangenen Jahr zwei Millionen Arbeitsplätze gesichert und geschaffen. Davon entfallen eine Million auf den Mittelstand, 75 000 Mitarbeiter wurden dort neu eingestellt. Rechnet man die durch die KfW-Kredite ausgelösten Nachfrageeffekte hinzu, so sichere sie eine weitere Million Arbeitsplätze. "Allein in der Bauwirtschaft hängen 20 Prozent aller Jobs an Investitionen, die von der KfW gefördert werden", betont Reich.

Zwei Themen werden die Kreditanstalt für Wiederaufbau im laufenden Jahr besonders bewegen. Das ist die Expo in Hannover, wo die KfW vor allem ihre Mittelstandspolitik präsentieren will. Das sind zum anderen die Börsengänge von Telekom und der Deutschen Post AG. Derzeit hat der Bund noch 21,5 Prozent der Telekom-Anteile bei der KfW "geparkt". Für 21 Milliarden Mark hat sie die Bank 1996 übernommen, der Marktwert allerdings liegt derzeit bei rund 90 Milliarden Mark. Wie viele Anteile die KfW an die Börse bringt, steht noch nicht fest. Seit Ende des vergangenen Jahres hält die KfW auch 49 Prozent an der Deutschen Post. Dafür hat der Bund sieben Milliarden Mark erhalten. Im zweiten Halbjahr soll ein Großteil dieser Anteile ebenfalls an die Börse gebracht werden.

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