Wirtschaft : Kredite aus der Fabrik

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Von Bernd Hops

Wirtschaftsminister Wolfgang Clement weckt große Hoffnungen. Eine „Kreditfabrik“ soll sie werden, die neue Mittelstandsbank unter Regie des Bundes. Nach jahrelangen Debatten ist es so weit: die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) werden fusioniert. Zu unübersichtlich sind bisher die staatlichen Förderprogramme und so richtig hat auch niemand verstanden, warum es dafür zwei verschiedene Banken geben muss. Mit diesem Zusammenschluss ist die Hoffnung verbunden, dass Doppelarbeit verhindert und die öffentlichen Töpfe für Unternehmer einfacher anzuzapfen sind – von möglichen Kosteneinsparungen in der Verwaltung der beiden Institute ganz zu schweigen.

Eine bessere Förderung vor allem der kleinen und mittleren Betriebe in Deutschland ist wichtig, weil deren Finanzbedarf groß ist. Denn der Mittelstand arbeitet im Vergleich zur internationalen Konkurrenz oft mit wenig Eigenkapital und stützt sich vor allem auf Bankkredite. Die privaten Banken haben sich unter dem Druck des Finanzmarktes weitgehend aus dem Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen zurückgezogen. Sparkassen und Volksbanken, die nicht unter so hohem Renditedruck stehen, konnten die Lücke zwar zu einem großen Teil ausfüllen. Das reicht aber nicht.

Vielen Betrieben droht wegen der Finanzierungsengpässe spätestens beim nächsten Aufschwung die Pleite. Das wird die neue Mittelstandsbank nicht ändern. Denn Clements „Kreditfabrik“ kann als Förderinstitut nur die Voraussetzungen für eine solide Eigenfinanzierung des Mittstands schaffen. Die Banken bleiben daher in der Pflicht.

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