Kreditkarten : Datenskandal - was müssen Bankkunden wissen?

Der LBB wurden tausende Kreditkartendaten gestohlen. Der Tagesspiegel erklärt, wie es dazu kommen konnte und was Kunden jetzt tun sollten.

Stefan Kaiser

Wie konnten die Daten in fremde Hände gelangen?



Bei dem jetzt aufgetauchten Material handelt es sich um Kreditkartenabrechnungen, die von dem Dienstleistungsunternehmen Atos Wordline in Frankfurt am Main zur Landesbank nach Berlin geschickt werden sollte. Ob die Daten noch bei Atos oder auf dem Transportweg verschwunden sind, ist unklar. Solche Sendungen werden nicht mit der normalen Post, sondern mit Kurierdiensten verschickt. Die Landesbank Berlin (LBB) spricht von einem „hohen Maß krimineller Energie“ und will dazu beitragen, die Schuldigen ausfindig zu machen.

Was können Fremde mit den Daten anfangen?

Nach Angaben der Polizei und der Landesbank lässt sich mit den jetzt aufgetauchten Daten wohl kein Konto leerräumen. Zwar sollen Geheimzahlen (Pin-Nummern) dabei sein, diese passen jedoch offenbar nicht zu den restlichen Daten. Sie wurden separat verschickt. Dennoch könnten Betrüger versuchen,die Kreditkarten- und Kontonummern sowie die Adressen für illegale Abbuchungen zu nutzen oder sie weiterzuverkaufen.

Wie erkenne ich, ob meine Kreditkarte von der LBB ausgegeben wurde?

Die Landesbank Berlin ist mit 1,95 Millionen Karten nach eigenen Angaben der größte Kreditkartenemittent in Deutschland. Nur gut 250.000 dieser Karten werden über die Berliner Sparkasse vertrieben. Die übrigen laufen über Partnerfirmen wie den Online-Händler Amazon oder den Automobilclub ADAC. Ob eine Karte von der LBB stammt, lässt sich auf der Rückseite feststellen. Dort befindet sich nach Angaben der Bank bei allen ihren Karten immer ein Hinweis auf die LBB.

Sind noch weitere Daten im Umlauf?

Die aufgetauchten Daten stammen offenbar aus dem August. Wie die Polizei in Frankfurt am Sonnabend mitteilte, sei „der Inhalt des Pakets höchstwahrscheinlich vollständig“. Ob dennoch weitere Daten der LBB-Karten im Umlauf sind, konnte jedoch weder die Polizei noch die Bank selbst sagen.

Wohin können sich besorgte Kreditkartenkunden wenden?

Die Landesbank Berlin hat eine Hotline geschaltet. Unter 030/869801 können sich besorgte Kunden informieren. Obwohl die Bank ihre Callcenter-Kapazitäten nach eigenen Angaben vervielfacht hat, waren die Leitungen am Sonnabend jedoch meist belegt. Eine weitere Möglichkeit ist die Service-Nummer, die auf der Rückseite einer jeden Karte aufgedruckt ist. Sie variiert je nach Anbieter.

Was passiert, wenn Geld von meinem Kreditkartenkonto abgebucht wurde?

Die Polizei in Frankfurt am Main rät allen Kreditkartenkunden, ihre Abrechnungen für die folgenden Monate aufmerksam zu studieren und auffällige Umsätze bei ihrer Bank zu reklamieren. Die LBB hat zugesichert, alle Kunden – also auch die mit ADAC- oder Amazon-Karten – von jeglichen Schäden freizuhalten.

Wie sicher sind meine Daten generell bei Online-Geschäften im Internet?

„Man kann Daten nie hundertprozentig schützen“, warnt der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Aber es gibt eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen für Online-Bankkunden. Die wichtigste ist, sorgfältig mit Zugangsdaten wie Pin-Nummer und Transaktionscodes (Tans) umzugehen. Bewahren Sie sie so auf, dass niemand darauf zugreifen kann. Und speichern Sie Tans nicht elektronisch, auch wenn es bequemer sein mag.

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