Wirtschaft : Kreditkartenfirmen zahlen Milliarden

US-Einzelhandel wird für Gebühren entschädigt.

Foto: dapd
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New York - Die beiden führenden Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard sowie mehrere Banken zahlen Milliarden an den US-Einzelhandel, um einen jahrelangen Gebührenstreit beizulegen. Branchenführer Visa willigte ein, rund vier Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) zu zahlen, Mastercard und mehrere Banken übernehmen weitere gut zwei Milliarden Dollar, wie aus Dokumenten des zuständigen Bundesgerichts in New York hervorgeht.

Die Anwaltskanzlei Robins, Kaplan, Miller & Ciresi teilte mit, dass rund sieben Millionen von der Kanzlei in dem Verfahren vertretene Händler davon profitieren. Zu den Entschädigungen von rund sechs Milliarden Dollar kommen 1,2 Milliarden Dollar aus Gebührensenkungen. Insgesamt geht es um 7,25 Milliarden Dollar (5,9 Milliarden Euro).

Den Einzelhändlern ist künftig erlaubt, Barzahlern Rabatte einzuräumen. Wenn Kunden bei einem Händler mit Karte zahlen, fließt ein kleiner Teil des Kaufbetrages in die Taschen der Finanzfirmen. Der US-Einzelhandel hatte den Kreditkartenfirmen vorgeworfen, die Gebühren zu hoch angesetzt zu haben.

Die Kreditkarten-Anbieter bestätigten die Einigung. „Wir sind der Überzeugung, dass es im besten Interesse aller Parteien ist, diesen Fall mit einem Vergleich beizulegen“, erklärte Visa-Chef Joseph Saunders. Zu den Banken, die sich beteiligen, gehören JPMorgan Chase, die Bank of America und die Citigroup.

Der Vergleich werde mehr Wettbewerb ermöglichen, erklärte Klägeranwalt Craig Wildfang. Dadurch sänken mit der Zeit die Kosten für die Einzelhändler, „was wiederum am Ende zu niedrigeren Preisen für alle Verbraucher führen wird“. Auch die US-Regierung und die EU-Kommission waren in der Vergangenheit bereits gegen Kreditkartenfirmen und deren Gebühren vorgegangen.

Pro Jahr zahlen allein die Händler in den USA etwa 35 Milliarden Dollar an Kreditkarten-Gebühren. Das wollten sich viele Kaufleute nicht mehr bieten lassen und klagten: Mit dabei waren unter anderem der Einkaufssender QVC, die Drogeriekette Rite Aid und die Publix-Supermärkte. Die rund 50 anhängigen Klagen wurden zu einem einzigen Verfahren vor einem New Yorker Gericht gebündelt.

Eine Vereinigung der in den USA weit verbreiteten kleinen Supermärkte lehnte den Vergleich jedoch ab. Auch sie hatte sich der Sammelklage angeschlossen. „Der vorgeschlagene Vergleich erlaubt den Kreditkarten-Firmen weiterhin, die Preise zu diktieren“, erklärte Tom Robinson, Vorsitzender der National Association of Convenience Stores (NACS). „Besserung ist nicht in Sicht.“ dpa/AFP

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