Kreditwürdigkeit : Dritte große Ratingagentur droht USA mit Abstufung

Nach Standard & Poor's und Moody's hat nun auch Konkurrent Fitch als dritte große Ratingagentur einen Warnschuss gegen den Schuldensünder USA abgefeuert. Und auch den Briten droht eine Herabstufung durch eine Agentur.

Sollte der US-Kongress die zulässige Schuldenobergrenze nicht anheben, könnte die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft werden, erklärte Fitch am Mittwoch. Kurzfristig gebe es keine Alternative zu einer weiteren Kreditaufnahme durch die US-Regierung, die Löcher im Haushalt könnten nicht alleine durch Einsparungen gestopft werden. Die Zahlungsunfähigkeit der USA wäre dagegen eine Bedrohung für die Stabilität des weltweiten Finanzsystems, warnte Fitch.

In der vergangenen Woche hatte Moody's gewarnt, die USA könnten ihre Topbewertung „AAA“ bei einem anhaltenden Haushaltsstreit zwischen Republikanern und Demokraten im Kongress verlieren. Mitte April hatte bereits Standard & Poor's den Bonitätsausblick für die USA gesenkt. Das Weiße Haus rechnet für das laufende Jahr mit einem Defizit von 10,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - ein Niveau, das seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr erreicht wurde.

Mitte Mai wurde die Schuldenobergrenze von 1,43 Billionen Dollar erreicht. Durch Bilanztricks konnte Washington zwar einige Wochen mehr herausholen, so dass die Regierung bis Anfang August weiter Kredite aufnehmen und Schulden zurückzahlen kann. Danach ginge das nur noch, wenn der Kongress einer Erhöhung der Obergrenze zustimmt. Ansonsten dürfte die Regierung nur noch das Geld ausgeben, das sie einnimmt. Die Republikaner erklärten, der Anhebung nur zuzustimmen, wenn Obama weitere Kürzungen zusagt.

Moody's: Großbritannien könnte Top-Rating verlieren

Die Ratingagentur Moody's hat jetzt auch dem von der Bankenkrise gezeichneten Großbritannien mit einer Aberkennung des Topratings gedroht. Sollte das Wirtschaftswachstum schwach bleiben und die Regierung ihre Konsolidierungsziele verfehlen, könnte die Bestnote von „Aaa“ gefährdet sein, sagte Moody's-Analystin Sarah Carlson der Nachrichtenagentur „Market News International“ am Mittwoch.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte erst am Montag die Wachstumsprognose für Großbritannien in diesem Jahr von 1,7 auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandesproduktes zurückgenommen. Andere Experten nahmen drastischere Kürzungen vor. Das britische Pfund fiel am Mittwoch gegenüber dem Euro und dem US-Dollar nach der Moody's-Ankündigung deutlich zurück, erholte sich aber wieder. (AFP/dpa)

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