Wirtschaft : Kricket-Diplomatie

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Schade, dass Japan und China kein Kricket spielen – in Indien und Pakistan funktioniert das gut. Die rivalisierenden Atommächte sind zusammengekommen, um alte Differenzen aufzuarbeiten — Kricket, in beiden Ländern der Nationalsport, hat das Treffen möglich gemacht. Präsident Muscharraf kam wegen des Spiels zwischen den zerstrittenen Nachbarländern nach NeuDelhi. Genau wie der indische Premier Singh wollte er Fortschritte in den Beziehungen erreichen.

Es ist gut, dass beide Politiker bei dem Treffen explizit das heikelste Thema erwähnten – Kaschmir. Der Anspruch beider Ländern auf die Himalaya-Region hat seit 1947 zu drei Kriegen geführt, ein vierter konnte 2002 nur knapp verhindert werden. Eine „endgültige Beilegung“ des Streits wurde zwar nicht erzielt. Aber es wurde Praktisches vereinbart. Der Busverkehr durch Kaschmir, durch den sich jahrzehntelang getrennte Familien wiedersehen, wird verstärkt. Gas-Pipelines aus dem Mittleren Osten sind durch Kaschmir geplant. Bilaterale Handelsbeziehungen sollten helfen, Kriege zu verhindern. Wie Singh sagte: „Ein Freihandelspakt könnte Wunder für den Frieden wirken, ganz zu schweigen vom Kampf gegen Armut.“

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