Kriminalität im Netz : Wie Verbraucher sicher surfen

Sich vor Datendiebstahl zu schützen, ist gar nicht so schwer. Mit einer Reihe von kleinen Maßnahmen macht man Gaunern das Leben schwer

Lisa Kolde
Verbraucher können sich im Netz schützen, wenn sie ein paar einfache Regeln einhalten.
Verbraucher können sich im Netz schützen, wenn sie ein paar einfache Regeln einhalten.Foto: dpa

Die Zahl der Verbraucher, die Opfer von Internetkriminalität werden, steigt. Neben der Wahl des richtigen Passworts – mindestens zehn Zeichen lang und eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben – sollten Internetnutzer mehrere Punkte beachten, um sich vor Gaunern im Netz zu schützen.

Wie Verbraucher sicher ihre Mails abrufen

Beim Abrufen der E-Mails über einen Browser ist es wichtig, dass der Browser eine sichere, verschlüsselte Verbindung zum Anbieter aufnimmt. Diese erkennt man am „https://“ am Anfang der Adresse oder an einem kleinen Schloss-Symbol im Browserfenster. Beim Abrufen über ein Mailprogramm sollte auf eine "SSL"- bzw. "TLS/SSL"-Verschlüsselung geachtet werden. Andersfalls fällt es Dritten leicht, E-Mails mitzulesen oder gar das Passwort einzusehen.

Mit einer solchen Verschlüsselung ist zwar die Übertragung zwischen dem heimischen Computer und den Servern des E-Mail-Providers abgesichert. Die weitere Übermittlung zum Postfach des Empfängers geschieht aber ungeschützt über das Internet. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verschlüsselt seine E-Mail deswegen am besten nochmals, bevor er sie versendet. Dafür muss ein zusätzliches Programm installiert werden, etwa „Pretty Good Privacy“ oder das kostenlose „Gnu Privacy Guard“.

In der Praxis läuft die Verschlüsselung dann wie folgt ab: Sender und Empfänger verfügen je über einen Teil eines Schlüsselpaares, das beliebig gewählt werden kann. Der Absender verschlüsselt die Nachricht mit seinem Teil des Paares und der Empfänger macht sie anschließend mit dem passenden Partnerschlüssel wieder lesbar.

Wogegen Anti-Viren-Programme helfen

Gegen Computerwürmer, trojanische Pferde oder so genannte Dialer, die sich häufig in E-Mail-Anhängen verstecken, helfen Anti-Viren-Programme. Manche Schadsoftware versucht allerdings, eben diesen Schutz zu manipulieren, um ungestört weitere Schäden anrichten zu können. Daher sollten Internetnutzer stets die aktuellste Version des Virenschutzes nutzen.

Was man beim Onlinebanking beachten sollte

Auch beim Onlinebanking gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die Kriminellen das Geschäft erschweren. Zunächst sollten Nutzer darauf achten, die richtige Internetseite anzuwählen. Denn Betrüger versuchen häufig, mit ähnlich lautenden Adressen auf eine gefälschte Webseite umzuleiten und Ihre Zugangsdaten zu stehlen. Keinesfalls sollte also einen Link aus einer E-Mail oder von einer anderen Webseite verwendet werden, denn die sind meist gefälscht.

Wie beim Abrufen der E-Mails zeigt auch beim Onlinebanking das „https://“ eine sichere Verbindung an. Die Warnung über ein "ungültiges Zertifikat" bedeutet, dass keine sichere Verbindung zur Bank aufgebaut werden kann. Die Sitzung sollte auch dann abgebrochen werden, wenn davor gewarnt wird, dass Teile der Webseite unverschlüsselt übertragen werden.

Der letzte wichtige Schritt sowohl bei E-Mail-Konto als auch beim Onlinebanking ist das ausdrückliche Abmelden. Es reicht nicht, nur das Fenster zu schließen, denn im Browser können noch wichtige Daten verbleiben, mit der ein Fremder die Sitzung „übernehmen“ könnte.


Weitere Hinweise zum Thema Sicherheit im Netz gibt es unter:


www.verbraucher-sicher-online.de
www.bsi-fuer-buerger.de

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