Krise : Japans Wirtschaft im Rückwärtsgang

Überraschend schlechte Konjunkturdaten sorgen in Japan für Aufregung. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Wirtschaftsleistung im letzten Quartal um 0,3 Prozent. Regierungsangaben zufolge sind die Investitionen zu niedrig.

TokioDie japanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal stark geschrumpft. Es ist der erste Rückgang seit zehn Quartalen. Die Wirtschaftsleistung ist im Vergleich zum Vorquartal real um 0,3 Prozent zurückgegangen. Damit revidierten die Statistiker der Regierung ihre ursprüngliche Schätzung von plus 0,1 Prozent deutlich nach unten.

Auf das Jahr hochgerechnet ergab sich den Angaben zufolge eine erhebliche Verdüsterung. Die japanische Wirtschaft schrumpfte demnach im zweiten Quartal preisbereinigt um 1,2 Prozent zum Vorjahr. Das war der stärkste Rückgang auf Jahresbasis seit dem ersten Quartal 2003. In ihrer ursprünglichen Schätzung waren die Statistiker der Regierung noch von einer Wachstumsrate für die japanische Wirtschaft von 0,5 Prozent ausgegangen.

Größere Verluste an den Börsen

Viele Analysten hatten zwar eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung erwartet, aber nicht derart stark wie nun bekanntgegeben. Die Börse in Tokio reagierte auf die Zahlen mit starken Verlusten. Mit Spannung werde nun die weitere Entwicklung der US-Konjunktur nach den Schockwellen der Hypothekenkrise erwartet, da der US-Markt für die japanische Exportwirtschaft besonders wichtig sei, erklärten Händler.

Als Hauptgrund für die Konjunkturdelle im zweiten Quartal nannte die japanische Regierung die schwachen Investitionsausgaben: Die Unternehmen wendeten im zweiten Quartal real 1,2 Prozent weniger auf (erste Schätzung: plus 1,2 Prozent), die öffentliche Hand fuhr die Investitionen sogar um 2,6 Prozent zurück. Auch der private Konsum entwickelte sich schwach, das Wachstum wurde von zuvor plus 0,4 Prozent auf 0,3 Prozent nach unten revidiert. An den Finanzmärkten wird nach dieser negativen Entwicklung nun davon ausgegangen, dass die japanische Notenbank in der kommenden Woche die Leitzinsen nicht weiter anheben wird. Ein Abgleiten in die Rezession sei nicht zu erwarten. (mit dpa)

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