Krise : MAN fordert längere Kurzarbeit

Der LKW-Hersteller MAN will auch künftig staatliche Unterstützung in Form von Kurzarbeit. Anders als Konkurrent Daimler sieht der Konzern noch keine Trendwende im Geschäft mit Trucks.

Frankfurt am Main Der Nutzfahrzeug- und Anlagenbauer MAN hat sich für weitere Hilfen für die Unternehmen in der Krise stark gemacht. „Abhängig von der Lage müssen wir im Sommer überlegen, ob wir die Kurzarbeit über Anfang 2011 verlängern wollen“, sagte der neue MAN-Finanzchef Frank Lutz dem „Handelsblatt“. Das werde ein Thema sein, das dann politisch zu entscheiden sei. „Wenn sich die Situation nicht verbessert, würde ich eine Verlängerung dieses Instruments unterstützen“, betonte Lutz.

Als erster Dax-Konzern spricht sich MAN damit offen für eine weitere Lockerung der Regeln zur Kurzarbeit aus. Bisher hatten sich vor allem die Gewerkschaften und die SPD für eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung von bisher 18 auf 24 Monate ausgesprochen. In der FDP war dagegen bereits Kritik an einer möglichen Lockerung der Regeln laut geworden und vor Mitnahmeeffekten gewarnt worden.

Derzeit entlastet der Staat die Unternehmen bei den auf das Kurzarbeitergeld fälligen Sozialabgaben noch weitgehend. Nach aktueller Gesetzeslage soll diese Krisenhilfe Ende des Jahres auslaufen. Die Bundesregierung denkt über eine Verlängerung nach. Firmen, die Kurzarbeitergeld für ihre Mitarbeiter beantragen, sollen dann bis Ende 2011 von Sozialbeiträgen für diese Mitarbeiter befreit werden können. Seit 2009 ersetzt die Bundesagentur für Arbeit Unternehmen die Sozialbeiträge für Kurzarbeiter vom siebten Monat an. Ohne eine Verlängerung müssten Betriebe ab 2011 für ihre Kurzarbeiter wieder Sozialbeiträge auf Basis von 80 Prozent des Vollzeitlohns zahlen.

Die Krise hat die LKW-Branche noch voll im Griff. MAN sieht im Gegensatz zum Rivalen Daimler noch keine Anzeichen für eine Trendwende. „Wir sehen einen leichten Aufwärtstrend bei den Auftragseingängen, sind aber weiter sehr vorsichtig“, sagte Lutz. Daimler ist optimistischer. „In der Truck-Industrie lichtet sich nach dem Krisenjahr 2009 der Nebel“, hatte der Chef der Sparte Daimler Trucks, Andreas Renschler, vor wenigen Tagen gesagt. HB

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