Wirtschaft : Krise trifft Berlin-Chemie

BERLIN (Sch).Das Berliner Pharmaunternehmen Berlin-Chemie AG hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr erneut gesteigert.Mit rund 330 Mill.DM (plus 12,6 Prozent) seien aber etwa 20 Mill.weniger erwirtschaftet worden als ursprünglich geplant."Die Rußlandkrise hat uns 30 Mill.DM gekostet", sagte der Vorstandsvorsitzende Hansjürgen Nelde am Mittwoch in Berlin.Insgesamt seien die Exporte im vergangenen Jahr aber um etwa vier Prozent gestiegen, so daß der Einbruch in Rußland ausgeglichen werden konnte.

Das zur italienischen Menarini-Gruppe gehörende Unternehmen habe auch auf dem westdeutschen Markt Fuß gefaßt und Marktanteile hinzugewonnen.Dem Ziel, unter die Top Ten auf dem deutschen Arzneimittelmarkt vorzurücken, sei man ein Stück näher gekommen."Wir sind jetzt auf Platz 33 angelangt", sagte Nelde.Für 1999 strebe man ein Umsatzwachstum von mindestens 20 Prozent auf über 400 Mill.DM an.

Zur Rußlandkrise hieß es, das Umsatztief sei bereits im August 1998 erreicht worden.Heute hätten sich Zahlungseingang wie Umsatz wieder auf das Niveau vor der Krise eingependelt.Insgesamt stünden noch Zahlungen im Wert von rund 20 Mill.DM aus.Der Anteil der Rußlandexporte betrage nur noch gut 30 Prozent - gegenüber 75 Prozent im Jahr 1994.Für 1999 sei in Rußland ein Umsatz von 40 Mill.DM geplant.Berlin-Chemie baue 1999 zudem eine Organisation in China mit 30 Mitarbeitern auf.

Obwohl Nelde das Gesamtergebnis für 1998 als gut bezeichnete, wollte er sich nicht zum Gewinn des Unternehmens äußern, da der Bilanzabschluß erst für Ende März erwartet wird.Insgesamt werde daran festgehalten, das verdiente Geld wieder in innovative Produkte zu investieren.Die Zahl der Mitarbeiter habe sich im vorigen Jahr auf 1438 erhöht.Rund 800 sind in Berlin beschäftigt.Für 1999 seien 185 Einstellungen geplant, davon 110 in Deutschland.

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