Wirtschaft : Krisen-Karusell in Asien dreht sich weiter

Indonesische Währung verliert stark / Rubin kritisiert Japan JAKARTA (AFP).Die indonesische Währung hat am Donnerstag vorübergehend fast die Hälfte ihres Wertes verloren und dabei mehrere andere asiatische Währungen in die Tiefe gezogen.Erst eine Intervention der indonesischen Zentralbank konnte den freien Fall vorläufig stoppen, wie westliche Bankexperten in Jakarta sagten.Die Rupie fiel in Singapur zeitweise auf einen Kurs von 16 500 je US-Dollar, 43,5 Prozent weniger als am Vortag.Gegen Mittag erholte sie sich auf einen Kurs von 12 000 gegenüber dem Dollar. Als Folge des Währungseinbruchs büßten die Aktienkurse in Indonesien beinahe sechs Prozent ein.Der Börsenindex in Jakarta schloß bei 438 314 Punkten, 27 689 Punkte unter dem Vortagesstand.Unterdessen bat Indonesiens Präsident Suharto Japan um Hilfe bei der schweren Finanzkrise.Die Schulden Indonesiens werden auf 65 Mrd.Dollar (rund 119 Mrd.DM) geschätzt. Als Grund für den beinahe ungebremsten Fall der Rupie nannten Händler eine Ankündigung von Finanzminister Marie Muhammad vom Mittwoch, wonach die Regierung auf keinen Fall notleidenden Privatfirmen unter die Arme greifen werde.Präsident Suharto bestätigte diese Haltung am Donnerstag.Nach einhelliger Ansicht ist deshalb mit zahlreichen Bankrotten zu rechnen.Am 7.Januar war der Kurs der indonesischen Währung auf die psychologische Schwelle von 10 000 Rupien pro Dollar gefallen, was in der Bevölkerung zu Panikkäufen geführt hatte.Diesmal blieben ähnliche Reaktionen zunächst aus.Am Mittwoch hatte der Kurs zum Börsenschluß in Singapur noch bei 11 500 Rupien je US-Dollar gelegen. Der malaysische Ringgit fiel in Singapur um rund zehn Prozent auf 4,500 gegenüber dem US-Dollar.Auch Thailands Währung Baht, der Singapur-Dollar und der philippinische Peso büßten an Wert ein.Auch die südkoreanische Währung Won fiel weiter.Der Dollar lag zum Handelsschluß bvei 1760 Won, nach 1723 Won am Mittwoch. Bei einem Treffen mit dem japanischen Sondergesandten Mashiko Kowumura in Jakarta drückte Suharto seine Hoffnung auf japanische Hilfe aus.Ein indonesischer Regierungssprecher sagte, die japanische Delegation habe zugesichert, eine Soforthilfe über 20 Mill.Yen (rund 293 Mill.DM) zu leisten. In Washington machte US-Finanzminister Robert Rubin Japan für einen Großteil der Finanzkrise in Asien verantwortlich.Es sei absoliut entscheidend, daß Japan die notwendigen Schritte unternehme, um Probleme seines Finanzsystems zu lösen, solides Wachstum bei der Inlandsnachfrage zu schaffen und seine Märkte zu öffnen, sagte Rubin in einer Rede vor der Georgetown-Universität.Dies sei von vitaler Bedeutung für Japan selbst, die asiatische Region und die Weltwirtschaft. Für die US-Wirtschaft sagte der US-Finanzminister trotz der Asien-Krise weiteres solides Wachstum voraus.Dies könne sich aber ändern, wenn die Schwierigkeiten auf andere Schwellenländer übergreifen sollten."Einfach gesagt können wir es uns nicht leisten, nichts zu tun und darauf zu hoffen, daß die Krise sich von selbst löst", sagte er.Rubin verlangte eine Änderungen der internationale Finanzarchitektur.Unter anderem müßten Gläubiger stärker als bisher für unsichere Kredite zur Verantwortung gezogen werden.Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G 7) und weitere Nationen sollten beispielsweise im Frühjahr zusammenkommen.Dann solle erörtert werden, wie die internationalen Bestimmungen verschärft, der Informationsfluß verbessert oder internationale Institutionen wie etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) gestärkt werden könnten, sagte Rubin. Kürzungen der IWF-Mittel seien nicht im Interesse der USA, erklärte des US-Finanzminister.Rubin betonte, daß die Zahlungen an den IWF den amerikanischen Steuerzahler bisher keinen Cent gekostet hätten.

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