Wirtschaft : Krisen treffen deutsche Ausfuhr nach Japan

DÜSSELDORF (kte/HB).Das deutsche Exportgeschäft mit Japan ist im vergangenen Jahr weiter eingebrochen.Im Zeitraum Januar bis Oktober 1998 gingen die deutschen Ausfuhren um 11,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 15,24 Mrd.DM zurück, so das Statistische Bundesamt.Schon 1997 waren die Lieferungen nach Japan um 3,4 Prozen gesunken.Federn lassen mußten vor allen Autos "Made in Germany", deren Absatz im 1.Halbjahr 1998 um 25,8 Prozent beziehungsweise fast eine Mrd.DM einbrach.

Demgegenüber konnte Japan seine Lieferungen nach Deutschland weiter ausbauen.Die Importe aus Japan stiegen im Zeitraum Januar bis Oktober 1998 um 9,8 Prozent zur Vorjahresperiode.Damit hat sich der Passivsaldo im deutschen Japanhandel bereits auf 18,6 Mrd.DM erhöht.

Die Ursache für diese Entwicklung liegt vornehmlich in der sinkenden Nachfrage in Japan, das sich in einer strukturell bedingten, tiefen Rezession befindet.Der Einbruch der deutschen Japanexporte kommt zu einem Zeitpunkt, da das Bewußtsein für die Bedeutung des japanischen Marktes eigentlich sehr gewachsen ist.Die Japan-Initiative der Deutschen Wirtschaft verzeichnet ein deutlich gestiegenes Interesse und zahlreiche Anfragen im Hinblick auf das Japangeschäft, berichtet Stefan Beisswenger, Japan-Verantwortlicher beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).Die Japan-Initiative war 1996 von BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel ins Leben gerufen worden.Ziel ist es, die Handelsbeziehungen zu vertiefen und die defizitäre Bilanz im deutschen Japanhandel zu verbessern.Dabei werden vor allem kleine und mittlere Unternehmen unterstützt.Angeboten werden Symposien, Seminare und Delegationsreisen.

"Japan ist kein einfacher Markt, jedoch ein sehr lohnender, der bei langem Atem große Gewinnmargen bietet," betont Beisswenger.Erfreulich sei, daß immer mehr Firmen aus Ostdeutschland erfolgreich den Weg nach Japan einschlügen.Jedoch hätten deutsche Firmen ihre Chancen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt längst nicht ausgeschöpft.Die Lieferungen nach Japan machen weniger als zwei Prozent des gesamten deutschen Exportgeschäfts aus.Dabei entfallen auf Kraftfahrzeuge, Maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse vier Fünftel der Ausfuhren.

Große Chance hätten zudem Unternehmen im Bereich Umwelt- und Medizintechnik sowie Logistik, so Beisswenger.Auch der Konsumgütermarkt werde noch viel zu stark vernachlässigt.Entscheidend seien in Japan stets persönliche Kontakte.Gerade die Krise biete Chancen für strategische Partnerschaften, da verkrustete Strukturen aufgebrochen würden.

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