Krisenjahr : Ein schlechtes Jahr für den Tourismus

Die deutsche Tourismuswirtschaft geht für das Jahr 2009 weiter branchenweit von sinkenden Umsätzen aus. „Bei Privatreisen rechnen wir mit einem Minus von vier bis sechs Prozent“, sagte der Präsident des Bundesverbands der deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Klaus Laepple, bei der Eröffnung des Tourismusgipfels am Montag in Berlin.

Berlin -  Im Geschäftsreisebereich erwarte die Branche sogar ein deutlich zweistelliges Minus. Der Verband führt die gesunkenen Umsätze auf die Buchungszurückhaltung vieler Reisender zurück. Zudem entschieden Kunden sich vermehrt für Nahziele statt für Fernreisen. Ein Ende der Krise sei aber in Sicht, hatte Laepple schon im Vorfeld der Veranstaltung gesagt. Für 2010 erwarte die Branche ein leichtes Wachstum.

Urlauber können sich auch auf günstige Reiseangebote freuen. Die Preise seien „auf breiter Front“ gefallen, sagte Laepple. Er zeigte sich optimistisch, dass damit die Reiselust stimuliert werde. Zudem begrüßte der Verband die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent für Übernachtungen in Hotels und Gasthöfen vom 1. Januar an. „Damit wird endlich die Wettbewerbsverzerrung in Europa beseitigt und ein wichtiger Impuls für den Inlandstourismus gesetzt“, sagte Laepple. In den meisten EU-Ländern gilt für Hotelübernachtungen schon heute der ermäßigte Mehrwertsteuersatz. Der parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Ernst Burgbacher, rief die Hoteliers dazu auf, die Reduzierung der Steuer „an der Preisfront und bei den Investitionen sichtbar zu machen“. Er hoffe auf einen wirtschaftlichen Impuls, sagte Burgbacher. Der BTW will sich nun auch für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie einsetzen.

Die Berliner Hoteliers konnten der Branchenkrise ein bisschen trotzen. Die Übernachtungszahlen seien in diesem Jahr bisher um 5,2 Prozent gestiegen, erklärte Bürgermeister Harald Wolf auf dem Gipfel am Montag. Die Umsätze seien jedoch nicht mitgewachsen. Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin- Brandenburg gab es in der Hauptstadt bis September 2009 Umsatzeinbußen von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zudem sei ein Rückgang ausländischer Gäste zu verzeichnen. frt/jmi

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