Wirtschaft : Kriterien für den Erfolg von Biotech-Firmen

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Wer in Biotech-Unternehmen investieren will, sollte sich die Gesellschaft intensiv anschauen. Peter Stadler, ehemaliger Biotech-Chef der Bayer AG, hob vor zwei Jahren mit Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard und dem Immunbiologe Klaus Rajewsky die Biotech-Firma Artemis aus der Taufe (die mittelfristig ebenfalls den Börsegang anstrebt). Er nennt Kriterien für den Erfolg von Biotech-Firmen

Die Qualität der Wissenschaftler hinter der Firma: Nur mit entsprechedem Niveau lassen sich hochwertige Forschungsteams zusammenstellen. Stadler: "Die Spitzenfirmen in den USA sind alle gegründet worden, nachdem sich Universitäts-Wissenschaftler der ersten Garde entschlossen hatten, ihre wisseschaftliche Leistungsfähigkeit zu kommerzialisiere."

Die Qualität des Patent-Portfolios: Sie ist wichtiger als die reine Azahl an Anmeldungen. So stellt der Besitz eines Patents für ein Mittel gegen Blutarmut eine Basis für mindestens 2,5 Milliarden DM Umsatz dar. Das ist wesentlich mehr, als mehrere patentierte kleine Medikamente bringen.

Die Breite der Technologie im Unternehmen: Wer nur einzellige Lebewesen wie Hefezellen wissenschaftlich einsetzen kann, besitzt für die Medikamentenforschung eine recht schmale Basis. Ergebisse der Knorpelforschung etwa lassen sich besser an vielzelligen Lebewesen testen.

Die vielseitige Anwendbarkeit: Anleger sollten darauf achten, ob die Firma Transfer-Anwendungen schafft. Ein Beispiel wäre ein Biotech-Uternehmen, das Forschung an Fliegen nicht nur für die Pharmaforschung, sondern auch für die Entwicklung von Insektiziden in der Ladwirtschaft einsetzt.

Das Management: Mehr als in anderen Bereiche sind Geschäftsführer, Forschungsleiter, Finanzchefs und Leiter der Geschäftsentwicklung die Schlüsselfiguren der Unternehmung. "Eine solche Truppe kann dafür sorgen, dass aus einer Firma mit mittelmäßiger Technologie ein Top-Unternehmen wird", sagt Stadler.

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