Wirtschaft : Kritik an VW-Werk in Russland

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Wolfsburg - Der Gesamtbetriebsrat von VW hat die Entscheidung des Vorstands über den Bau eines neuen Werks in Russland scharf kritisiert. Bei eine Überkapazität von 1,7 Millionen Autos pro Jahr und „einer teilweise dramatischen Unterauslastung bestehender Standorte“ wolle man erst einmal Antworten für die Standort- und Beschäftigungssicherung in den bereits vorhandenen Produktionsstätten, sagte Gesamtbetriebsratschef und Aufsichtsrat Bernd Osterloh am Donnerstag.

Davon werde „ganz entscheidend“ eine Zustimmung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat für den Bau des Werks in Russland abhängen. Der Vorstand müsse „sehr genau“ erklären, wie die Strategie für Russland aussehen solle und welche Auswirkungen das auf die Arbeitsplätze nicht nur in Deutschland habe. „Wir werden mitnichten tatenlos zusehen, wenn uns durch den Aufbau einer weiteren Produktionsstätte hier das Wasser abgegraben wird“, sagte Osterloh.

VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hatte am Sonntag am Rande der Automesse in Detroit gesagt, der Vorstand habe entschieden, in Stupino südlich von Moskau eine Fabrik zu errichten. Mit dem Bau solle noch 2006 begonnen werden. VW will seinen Marktanteil in Russland bei Neuwagen innerhalb der nächsten fünf Jahre von zwei bis drei Prozent auf zehn Prozent steigern. In dem neuen Werk sollen in fünf Jahren 250 000 Fahrzeuge produziert werden können.

VW gab unterdessen die Partnerschaft mit dem malaysischen Autohersteller Proton auf. „Wir hatten eine sehr genaue Vorstellung davon, wie wir dort vorgehen wollten. Leider hatten die malaysische Regierung, (die an Proton beteiligte staatliche Investmentholding) Khazanah und Proton selbst andere Ideen“, sagte Pischetsrieder am Mittwoch. dpa

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