Wirtschaft : Krone droht mit der Schließung des Berliner Werkes

BERLIN (asi). Die Krone AG droht der Berliner Senatsverwaltung damit, den Standort Zehlendorf 71 Jahre nach ihrer Gründung aufzugeben. Die Berliner Politiker, sagte Krone-Chef Manfred Schneider am Dienstag, "verhalten sich nicht so, daß wir den Eindruck gewinnen, daß man Arbeitsplätze in der Stadt halten will". Hintergrund: Der Telekommunikationshersteller hatte sein rund 40 000 Quadratmeter großes Grundstück 1994 für rund 120 Mill. DM dem Senat verkauft und von diesem zurückgemietet. Jetzt, da die Immobilienpreise gesunken sind und Krone seine Fertigungskosten am Standort minimieren muß, verhandele er schon zwölf Monate "ohne Ergebnis" um eine Reduzierung der Miete, sagte Schneider. Das Grundstück sei jetzt nur noch 80 Mill. DM wert, Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing (SPD) beharre jedoch auf "Mietpreisen, die nicht marktüblich sind". Bei einer Reduzierung der Miete habe Fugmann-Heesing gefordert, eine Mindestanzahl Arbeitsplätze zu garantieren, für die sie sogar Strafpönalen erheben wolle. "Eine absolut unakzeptable Forderung", so Schneider. "Bewegt sich der Senat nicht schnell, werden wir uns anderswo umsehen."Eine Überlegung, die offenbar auch vom neuen Eigentümer, der amerikanischen GenTek Inc., getragen wird. Dessen Vorstand Paul Meister sagte, daß Krone den Renditeerwartungen des amerikanischen Mischkonzerns entsprechen muß. Kosteneinsparungen seien deshalb unumgänglich. Grundsätzlich sehe er eine interessante Verbindung der Neuerwerbung Krone mit der GenTek-Tochter Prestolite Wire, einem Kabelhersteller.Durch die Übernahme der Krone AG von der Jenoptik erwartet sich Schneider vor allem einen kurzfristigen Ergebnisanstieg. Während Krone 1999 den Vorjahresumsatz im Kerngeschäft von rund 640 Mill. DM anstrebe, erhoffe er sich im Ergebnis (1998: 11,2 Mill. DM) eine Steigerung von 60 Prozent. Ein innerbetrieblicher Effektivitätsvergleich werde in den kommenden Wochen zu drastischen Kosteneinsparungen führen. In Berlin, wo Krone nach Schneiders Einschätzung "Probleme hat", werde bis zum Herbst über Kostensenkungsprogramme entschieden, "die ohne Zweifel weitere Arbeitsplätze kosten werden".

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