Wirtschaft : Krupp-Aktionäre würdigen Fusionspläne mit Thyssen

DORTMUND (rtr).Aktionäre des Krupp-Konzerns haben auf der vermutlich letzten regulären Hauptversammlung des Traditionsunternehmens am Donnerstag die geplante Fusion mit Thyssen begrüßt.Es sei verblüffend, in welch kurzer Zeit die Verschmelzung zu einem Konzern mit 70 Mrd.DM Umsatz und über 180 000 Mitarbeitern bewerkstelligt werde, erklärte ein Aktionärssprecher.Ein Kleinaktionär sagte, Krupp-Chef Gerhard Cromme habe etwas ganz Wichtiges angestoßen.Cromme teilte mit, die Gespräche mit Thyssen verliefen reibungslos und nach Plan.Die geschäftliche Entwicklung des Krupp-Konzerns sei gut.

Nach verschiedenen Versuchen einer Verschmelzung von Thyssen und Krupp sei die Zeit angesichts der fortschreitenden Internationalisierung der Wirtschaft jetzt reif für einen solchen Schritt, sagte Cromme.Zusammen mit der bereits vollzogenen Stahlfusion hätten die Konzerne durch ihr Zusammengehen einen Kostenvorteil von jährlich einer Mrd.DM.Die Vorteile aus der Stahlfusion seien im übrigen größer als erwartet."Diese Teilfusion können wir heute als vollen Erfolg verbuchen", sagte er.

Die Arbeiten zur Bewertung der Konzerne Thyssen und Krupp sollen im Sommer abgeschlossen werden.Am 11.September soll das Verhältnis für den Umtausch der Aktien in Anteile der neuen Thyssen Krupp AG bekanntgegeben werden.Die Thyssen- und Krupp-Aktionäre haben dann auf außerordentlichen Hauptversammlungen Ende November/Anfang Dezember über die Fusion zu befinden.Diese soll rückwirkend zum 1.Oktober 1998 vollzogen werden.

Zur Anpassung an das Geschäftsjahr von Thyssen wird Krupp sein Geschäftsjahr 1998 auf neun Monate verkürzen und deswegen ein sogenanntes Rumpfgeschäftsjahr einlegen.Für diese bis zum 30.September dauernde Periode sagte Cromme einen "erfreulichen Abschluß" voraus und stellte den Aktionären eine "angemessene Dividende" in Aussicht.Zu deren Höhe wollte er sich trotz zahlreicher Fragen von Aktionären nicht äußern.Für 1997 wird bei einem Jahresüberschuß von 437 Mill.DM eine Dividende von acht DM gezahlt.

In den sechs Monaten bis Ende Juni rechnet Krupp mit einem leicht höheren Geschäftsvolumen als vor einem Jahr.Der Wegfall der Einnahmen aus den Stahlaktivitäten von über einer Mrd.DM werde durch das Wachstum in den anderen Bereichen vollständig ausgeglichen, sagte Cromme.Für das erste Halbjahr erwartet der Vorstand höhere Auftragseingänge und Umsätze in allen fünf Krupp-Sparten.Die Dynamik des Aufschwungs lasse aktuell aber erste Anzeichen einer Beruhigung erkennen.Die Zahl der Mitarbeiter ist im Krupp-Konzern in den letzten fünf Jahren bis Ende 1997 um rund 20 000 auf knapp 58 000 geschrumpft.

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