Wirtschaft : Krupp-Chef rechnet mit Gewinn

Cromme erwartet 1997 deutlichen Anstieg des Ergebnisses / Fusion mit Thyssen nicht ausgeschlossen

ESSEN(dpa/rtr).Der Chef des Essener Krupp-Konzerns, Gerhard Cromme, hat nach der nun vereinbarten Stahl-Ehe zwischen den beiden Konzernen Krupp und Thyssen auch einen Zusammenschluß der Unternehmen nicht ausgeschlossen."Alles ist möglich, auch eine Fusion", sagte der Vorstandsvorsitzende der Fried.Krupp AG Hoesch-Krupp am Freitag bei der Vorlage des Halbjahresergebnisses.Es müsse sich bei den bevorstehenden Gesprächen jedoch herausstellen, daß ein Zusammengehen mehr bringe als ein Alleingang, sagte Cromme.Auch für einen Alleingang sei der Essener Konzern jedoch gut gerüstet. Nach einem Einbruch des Konzerngewinns im vergangenen Jahr von 505 Mill.DM 1995 auf 208 Mill.DM rechnet Krupp im laufenden Jahr wieder mit einem "deutlichen Ergebnisanstieg".Der Konzern wolle 1997 das "zweitbeste Ergebnis in der jüngeren Vergangenheit erwirtschaften", sagte Cromme.Wenn die positive Entwicklung anhalte, sei auch eine Erhöhung der Dividende für 1997 nicht ausgeschlossen.In den ersten sechs Monaten 1997 war das Konzernergebnis vor Steuern um rund zehn Prozent auf 204 Mill.DM gestiegen.Dabei seien die Belastungen aus der Stahlfusion bereits berücksichtigt worden.Der Umsatz erhöhte sich im gleichen Zeitraum um sechs Prozent auf 11,8 Mrd.DM, während die Mitarbeiterzahl vor allem durch die Stahlfusion um 14 000 Beschäftigte auf 58 000 zurückging.Der neue Stahlkonzern Thyssen Krupp Stahl AG sei nun perfekt, so Cromme weiter.Die letzten Unterschriften seien am Donnerstag gesetzt worden, so daß die neue Gesellschaft am Montag ihre Arbeit aufnehmen könne.An Europas größtem Stahlriesen mit 24 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von elf Mrd.DM ist Thyssen zu 60 Prozent und Krupp zu 40 Prozent beteiligt.

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