Wirtschaft : Krupp muß sich vom Rolltreppengeschäft trennen

BRÜSSEL/DÜSSELDORF (AP).Die Europäische Kommission hat die geplante Fusion der Ruhrunternehmen Thyssen und Krupp zu einem Großkonzern mit über 60 Mrd.DM Umsatz und 160 000 Beschäftigten genehmigt.Allerdings sei die Auflage gemacht worden, daß Krupp seine Verbindungen zum finnischen Rolltreppen-Hersteller Kone kappen müsse, gab die Kommission am Mittwoch bekannt und bestätigte Mitteilungen der beiden Ruhrkonzerne.Krupp habe zugesagt, die Auflage zu erfüllen, erklärte die Kommission.Im übrigen sahen die europäischen Wettbewerbshüter die Positionen der Firmen in regionalen Märkten als unbedenklich an.

Untersuchungen der Kommission hätten ergeben, daß der Zusammenschluß auf dem Markt für Rolltreppen Anlaß zu Bedenken gäbe, hieß es in Brüssel weiter.Neben Thyssen seien nur noch Otis, Schindler und eben Kone mit größeren Marktanteilen in dem Segment vertreten.Krupp halte aber zehn Prozent an Kone und habe eine Reihe weiterer Absprachen mit dem Unternehmen getroffen.Damit hätte das Thyssen-Geschäft in diesem Markt um Kone ergänzt werden können.Deswegen muß der Essener Konzern den Sitz im Kone-Verwaltungsrat aufgeben.Auch muß Krupp auf ein sogenanntes Vorverhandlungsrecht verzichten, das Krupp bei einem Verkauf von Kone-Anteilen zum ersten Gesprächspartner für das finnische Unternehmen gemacht hätte.Zudem müssen bestehende Wettbewerbsverbote zwischen Kone und Krupp wegfallen.

Außerhalb der Europäischen Union gibt es den Angaben zufolge noch Fusionskontrollverfahren in den USA, Mexiko, Brasilien, Kanada und in der Schweiz.Beide Unternehmen gehen davon aus, daß auch diese in wenigen Wochen abgeschlossen werden.

Die Thyssen Krupp AG soll am 1.März 1999 ins Handelsregister eingetragen werden.Die Fusion soll aber schon zum 1.Oktober 1998 vollzogen werden.

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