Wirtschaft : Krupp und Thyssen mit Verspätung am Start

DÜSSELDORF (ews/kv/HB/ADN).Zwei Anfechtungsklagen stehen dem endgültigen Zusammenschluß der Thyssen AG, Düsseldorf, und der Fried.Krupp AG Hoesch-Krupp, Essen, noch entgegen.Auch wenn sich der designierte Vorstand um Gerhard Cromme (Krupp) und Ekkehard Schulz (Thyssen) als den beiden Vorsitzenden zuversichtlich gibt, daß die Klagen nicht zum Erfolg führen, so gestehen sie doch zu, daß die Frage schwierig zu beurteilen ist, welche zeitlichen Verzögerungen mit den Verfahren verbunden sind.Nach Plan soll der neue Konzern ab 1.März - mit Wirkung vom 1.Oktober 1998 - die Arbeit aufnehmen.Unmittelbar danach soll die neue Thyssen-Krupp-Aktie an den Börsen eingeführt werden.

Cromme führte aus, bei den im Rahmen der Fusion geplanten Einsparungen von 500 Mill.DM jährlich würden durch einen verschobenen Start von Thyssen Krupp monatlich rund 40 Mill.DM Kosten entstehen: "Jede Verzögerung würde uns beachtlich treffen." Gegen die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlungen im Dezember, bei denen eine große Mehrheit der Aktionäre für die Fusion gestimmt hatte, sind bei Thyssen und Krupp insgesamt drei Anfechtungsklagen eingereicht worden.

Trotz der erwarteten Konjunktureintrübung blicken Schulz und Cromme "mit großer Zuversicht" in die Zukunft der Thyssen Krupp AG, die mit rund 173 000 Beschäftigten und zunächst annähernd 70 Mrd.DM Umsatz starten soll.Zuversicht schöpft die Vorstandsspitze aus Prognosen, die für die mit 90 Prozent Umsatzanteil Hauptabsatzmärkte Nordamerika und Westeuropa 1999 ein Wachstum von 2,5 Prozent erwarten.

Allein in den nächsten drei Jahren will Thyssen Krupp in die Stärkung seiner Kerngeschäftsfelder rund zehn Mrd.DM weltweit investieren.Aktuell ist der Erwerb von Mannesmann Handel geplant, während mit der Viag über den möglichen Erwerb der Werkstoffsparte von Klöckner & Co verhandelt wird, wie Schulz berichtete.

In ihren letzten getrennt vorgelegten Bilanzen zeigten sich Krupp und Thyssen für den gemeinsamen Start bestens gerüstet.So fuhr Thyssen 1997/98 (30.September) einen Rekordgewinn von 2,19 (Vorjahr: 2,18) Mrd.DM ein; die Aktionäre sollen mit 16 DM je Aktie die höchste Dividende in der Thyssen-Geschichte erhalten.Auch Krupp beendete das Rumpfgeschäftsjahr 1998 (30.September) mit Rekorden: 433 (gesamt 1997: 437) Mill.DM vor Steuern.Die Dividende soll unverändert bei acht DM bleiben.

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