Wirtschaft : Kündigungen im Osram-Werk

Hochprofitables Werk entlässt 50 von 1700 Mitarbeitern

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München Trotz des gut laufenden Geschäfts hat der Leuchtenhersteller Osram im Berliner Lampenwerk 50 Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt. Die Firmenleitung habe die Kündigungen im Juli und August in zwei Etappen ausgesprochen, sagte Gottfried Dolinski vom Berliner Betriebsrat am Dienstag dem Tagesspiegel. Als Grund nannte Osram die negative Auftragsentwicklung. Betroffen sind 40 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen, die eigentlich erst im Herbst auslaufen sollten. Aufgrund der Sozialauswahl habe es aber auch zehn Mitarbeiter mit unbefristeten Verträgen getroffen, sagte Dolinski.

Das Berliner Werk, in dem Speziallampen für Kraftfahrzeuge und optische Geräte, für Film und Schaufensterbeleuchtung produziert werden, beschäftigt rund 1700 Mitarbeiter. Nach den jüngsten Kündigungen sind darunter noch etwa 100 Mitarbeiter mit befristeten Stellen. Der Betriebsrat kritisiert, dass Osram sich zu hohe Ziele gesteckt habe und die Mitarbeiter nun die Konsequenzen tragen müssten. „Weil wegen der Fehlkalkulation der Firmenleitung jetzt zu viele Beschäftigte da sind, müssen es die Mitarbeiter ausbaden“, sagte Dolinski. Nach Angaben der IG Metall hat das Berliner Werk im laufenden Geschäftsjahr die Produktion um bis zu zehn Prozent gesteigert. Die Firmenleitung habe sich jedoch eine Steigerung um rund 50 Prozent vorgenommen. „Die auf Vorrat eingestellten befristeten Kräfte muss man nun schnell wieder loswerden, damit das Margenziel nicht schrumpft“, kritisiert die IG Metall. Mit einer Gewinnmarge von 10,7 Prozent gehört Osram zu den Ertragsperlen im Siemens-Konzern. Die Erwartungen der Konzernmutter sind entsprechend hoch. Die Geschäftsführung unter dem im Mai angetretenen Osram-Chef Martin Goetzeler versuche nun „mit allen Mitteln, die Gewinnmarge zu halten oder zu erhöhen“, sagte Dolinski. Die Kündigungen brächten nach Angaben der Firmenleitung mehr als 500000 Euro. Künftig will Osram verstärkt Leiharbeiter engagieren, um Kosten zu sparen.

IG Metall und Betriebsrat befürchten weitere Einschnitte. So sollen bald noch flexiblere Arbeitszeiten eingeführt und übertarifliche Zuschläge gestrichen werden. „Wir stehen vor finanziellen Einbußen“, glaubt Dolinski. Am Donnerstag sollen die Beschäftigten des Berliner Werks über die Lage informiert werden. nic

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