Künftiger US-Vize : Biden warnt vor "totalem Absturz" der US-Wirtschaft

Der künftige US-Vizepräsident Joe Biden sieht die die US-Wirtschaft "in einem viel schlechteren Zustand, als wir gedacht haben". Das Schlimmste verhindern soll nun eine weitere Konjunkturspritze.

Joe Biden
Sieht die US-Wirtschaft in schlechtem Zustand: Der designierte US-Vize Joe Biden. -Foto: dpa

Washington Der designierte US-Vizepräsident Joe Biden fürchtet, dass die US-Wirtschaft "total abstürzt". Sie sei in einem weitaus schlechteren Zustand als zunächst gedacht, sagte Biden in einem Interview des US-Senders ABC, das am Sonntag ausgestrahlt werden soll und in Auszügen vorab veröffentlicht wurde. Demnach hält der Vize des künftigen Präsidenten Barack Obama ein zweites "kühnes" Konjunkturprogramm in einer Größenordnung von 600 bis 700 Milliarden Dollar für nötig, um die Wirtschaft aus der Krise zu bringen.

Es gebe nur eine Wahl, und das sei, die Wirtschaft vor dem totalen Absturz zu bewahren, sagte Biden den ABC-Angaben zufolge wörtlich. Er habe die Frage eines zweiten großen Konjunkturprogramms mit republikanischen und demokratischen Mitgliedern des Kongresses erörtert. "Jede einzelne Person, mit der ich gesprochen habe, stimmt mit jedem wichtigeren Ökonomen überein. Es wird ein wirklich bedeutendes Investment geben, ob 600 Milliarden Dollar oder mehr, oder 700 Milliarden, klar ist, es ist eine Zahl, an die vor einem Jahr keiner gedacht hat", sagte der künftige Vizepräsident.

Biden bekräftigte, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr die höchste Priorität für die neue Regierung haben werde. Es sei die wichtigste Aufgabe, "das Bluten zu stoppen". Barack Obama hatte am Freitag bekräftigt, dass die US-Wirtschaft eine "massiven" Schub benötige, um aus der Rezession zu kommen. Vor zwei Wochen hatte der künftige US-Präsident für seine Mitte Januar beginnende Amtszeit das größte staatlichen Investitionsprogramm seit 50 Jahren angekündigt. Insgesamt will Obama durch öffentliche Bauprojekte, Investitionen im Energiebereich und eine flächendeckende Verkabelung mit Breitband-Internet 2,5 Millionen Stellen sichern oder neu schaffen. (jam/dpa/AFP)

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