Wirtschaft : Kürbis für den Präsidenten

Ligne Roset legt Pierre Paulins legendäre Sitzmöbelserie „Pumpkin“ wieder auf

Er hat das französische Möbeldesign zu Beginn der sechziger Jahre revolutioniert und Klassiker wie den legendären Sessel „Mushroom“ 1960 geschaffen. Paulin war begeistert von den neuen Werkstoffen. „Wir haben neue Techniken und neue Materialien wie Polyesterfasern benutzt und Holz geformt. Der Krieg war vorbei, wir waren berauscht von dieser neuen Freiheit“, hat er einmal gesagt. Der Freund Verner Pantons hat als Erster Sitzmöbel mit Formschaum gepolstert und mit elastischem Stoff bezogen. Bei allem revolutionären Elan blieb er ganz bodenständig. „Ein Möbelstück muss in erster Linie nützlich und komfortabel sein, für den, der es benutzt. Wenn es zusätzlich Poesie besitzt: um so besser. Aber das kommt zusätzlich hinzu“, sagt Paulin.

So legt Ligne Roset nun noch einmal die Sitzmöbelserie „Pumpkin“ auf, mit der Paulin in den 70er Jahren Furore machte. 1971 durfte er die Privaträume von Claude und Georges Pompidou im Pariser Elysée-Palast einrichten, ein absoluter Bruch mit der Tradition im Präsidentenpalast. Pompidous Nachfolger Valéry Giscard d’Estaing hatte dann auch 1974 prompt die Revolution rückgängig gemacht. Sofa und Sessel „Pumpkin“ sind den präsidialen Möbeln von 1971 ähnlich, befreit von Füßen, organisch und bequem in der Form. Unterteil und Umrandung sind aus Polyether-Schaumstoff gefertigt. Der Bezug ist abziehbar und in Stoff oder Leder einfarbig lieferbar.

So ist Pierre Paulins Entwurf für den Elysée-Palast mit der Wiederauflage rehabilitiert. Schließlich wollte Pompidou damals mit seiner Design-Initiative dem modernen Frankreich innovative Impulse geben. R.B.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben