Wirtschaft : Kugelfischer: Kommentar: Mehr Offenheit für Übernahmegefechte

Maurice Shahd

Die feindliche Übernahme des Wälzlagerherstellers FAG Kugelfischer durch die Ina Holding ist geglückt. Nachdem der FAG-Chef keinen weißen Ritter finden konnte, verhandelte er und schlug das Beste für das Unternehmen und die Aktionäre heraus. Besser hätte es nicht laufen können, meinen Branchenkenner und Analysten. Sie sehen die Vorteile des nun geschlossenen Vertrags. Nach dem Zusammenschluss ensteht der drittgrößte Kugellagerhersteller der Welt. Die Unternehmen können beim Vertrieb und in der Forschung zusammenarbeiten und Kosten sparen. Die Fusion könnte ein positives Beispiel dafür sein, wie eine feindliche Übernahme den Wert beider Unternehmen steigert.

Erstmals ist zudem die feindliche Übernahme eines börsennotierten Unternehmens durch eine Familiengesellschaft gelungen. Das wirft für Aktionäre ein paar Probleme auf: Als Familienunternehmen veröffentlicht die Ina nicht viel mehr als ihre Umsatzzahlen. Das ist ihr gutes Recht. Bietet sie aber für ein börsennotiertes Unternehmen, würden sich die Aktionäre und die Vorstände des Zielunternehmens über ein bisschen mehr Transparenz freuen. So blieb während des Übernahmegefechts unklar, welche Ziele die Ina verfolgt und was sie mit der FAG vorhat. Unklar blieb auch, wie der Markt die Übernahme bewertet. Ein Aktienkurs, an dem sich die Einschätzung der Investoren ablesen ließe, existiert bei der Ina nicht. Den FAG-Aktionären blieb nur die Klärung einer Frage: Reicht ihnen der von der Ina gebotene Aufschlag auf den Aktienkurs aus, um ihre Papiere zu verkaufen.

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