Wirtschaft : Kulturhauptstadt Essen? RAG wirbt mit verhüllter Zentrale

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Essen - Ein Stück Himmel über der Ruhr ist während der kommenden vier Wochen immer blau: Die Fassade der RAG- Konzernzentrale sticht seit Mittwoch aus der ansonsten betongrauen Essener Skyline rund um den Hauptbahnhof hervor. Das Plakat soll die Vorzüge des „Potts“ herausstellen. Denn nach Ansicht seiner Bewohner verbinden noch immer viel zu viele das Ruhrgebiet mit Kohlestaub und Trinkhallen-Tristesse. Höchste Zeit für einen Imagewechsel. Das von Künstler Otmar Alt nach den Vorschlägen von etwa 48 000 Ruhrgebiet-Fans gestaltete „Kunstbild“ soll die Passanten daran erinnern, dass Essen im Jahr 2010 Europas Kulturhauptstadt werden will – noch vor Ostern soll die Entscheidung fallen. „Die Region hat ihr Selbstbewusstsein auch durch die Kultur wiedergefunden“, sagte die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) am Mittwoch anlässlich der Plakataktion. Sie gab sich zuversichtlich, dass es Essen schaffen werde gegen den letzten verbliebenen Konkurrenten – das sächsische Görlitz, das im Gegensatz zu Essen mit einer verwinkelten Altstadt glänzt.

„Das Ruhrgebiet soll in Europa bekannter werden“, betonte RAG-Chef Werner Müller, bevor sich 30 Bergsteiger mit dem Plakat abseilten. Mit dem großen Schaubild will das Ruhrgebiet nun also ganz unbescheiden auf seine Schönheit verweisen. Und dazu gehört nach Ansicht des Künstlers neben Currywurst und Fußball das große Herz der Bewohner. Für leichte Verstimmung unter den Gästen der Abseilaktion sorgte am Mittwoch allerdings die Nachricht, dass der RAG-Konzern seine Zentrale um 400 Mitarbeiter abspecken will. Die RAG wies aber Vermutungen zurück, mit dem Plakat wolle sie leer stehende Büros verdecken. nso

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