Wirtschaft : Kunden freuen sich über Preiskampf der Internet-Buchhändler

WALTER PFAEFFLE

NEW YORK .Der zermürbende Preiskrieg zwischen den amerikanischen Online-Buchhändlern wird immer härter.Kaum hatte der Branchenführer Amazon.com Inc, Seattle, die Preise für Bestseller um 50 Prozent ermäßigt, da kündigten die Konkurrenten Barnesandnoble.com und Borders Online, Ann Arbor/Michigan, ihrerseits Kampfpreise an.

Amazons Maßnahme fällt zeitlich mit der Werbekampagne der Bertelsmann AG, Gütersloh, für die Börseneinführung von Barnesandnoble.com zusammen.An dem Online-Buchgeschäft sind Bertelsmann und die Buchhandelskette Barnes & Noble zu jeweils 50 Prozent beteiligt - aber nicht mehr lange.Denn Vertreter der beiden Partner reisen zur Zeit durch die USA, um vor Analysten und Investoren für den Börsengang von Barnesandnoble.com die Werbetrommel zu rühren.

Der Zeitpunkt der Erstemission steht noch nicht fest.Erst im vergangenen Jahr zahlte Bertelsmann für die 50 Prozent des Barnesandnoble-Joint-Venture 200 Mill.Dollar (jetzt 370 Mill.DM).

Ein Amazon-Sprecher dementierte einen strategischen Zweck hinter den Preissenkungen."So genau beobachten wir unsere Rivalen nicht", sagte der Sprecher.

Bestseller machen zwar weniger als zehn Prozent des gesamten Online-Buchvertriebs aus.Doch die drastischen Preissenkungen zeigen, mit welch scharfen Klingen die Online-Giganten aufeiander losgehen.Discount-Bücher kommen beim Publikum gut an.Doch Analysten zeigen sich besorgt darüber, daß Internet-Buchhändler ihre Kunden soweit bringen werden, daß diese nur noch verramschte Bücher kaufen.Mit dieser Billig-Strategie würden künftige Gewinne der ohnehin defizitären Online-Aktivitäten aufs Spiel gesetzt, sagen sie.

Die Preissenkungen um 50 Prozent gelten nur für Bücher, die der Kunde im Netz einkauft.In ihren Buchhandlungen werden Barnes & Noble und Borders Bestseller weiter um 30 Prozent billiger anbieten.

Die Rabatte gelten für gebundene Bücher wie für Taschenbücher, die auf der Bestseller-Liste der Tageszeitung The New York Times stehen.Ein Buch, das 17 Dollar gekostst hat, wird unter der neuen Preisformel für 12 Dollar verkauft.

Clou von Amazon: Das Unternehmen bietet den Preisnachlaß sogar rückwirkend an: Wer in den vergangenen zwei Wochen ein Buch gekauft hat, dem wird die Differenz zwischen dem alten und neuen Preis automatisch gutgeschrieben.

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