Wirtschaft : Kunststoff im Ausland gefragt

DRESDEN (ms).Die Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie wachsen sowohl im Inland- als auch im Exportgeschäft überdurchschnittlich.Wie der Präsident auf der Jahrestagung des Branchenverbandes GKV, Norbert Wagner, dazu in Dresden mitteilte, betrug die Steigerungsrate im ersten Halbjahr 1998 beim Umsatz sieben Prozent auf 35,6 Mrd DM.Besonders erfreulich sei die Entwicklung in den Bereichen Baubedarf und Konsumwaren sowie allgemein in den neuen Bundesländern verlaufen, wo die Hersteller ihre Leistungen sogar um elf Prozent verbessern konnten.Hierfür ist vor allem der Export verantwortlich, der um mehr als 39 Prozent zulegen konnte.Erstmals seit 1992 konnte die Branche auch wieder zusätzliche Arbeitsplätze anbieten.Bei einem Zuwachs der Stellen um 2,9 Prozent suche man in vielen Betrieben sogar vergeblich nach Fachkräften.

Nach Einschätzung von Wagner haben die ostdeutschen Unternehmen inzwischen bei der Arbeitsproduktivität gegenüber ihren Wettbewerbern im Westen weitgehend aufgeschlossen.Als innovationsfeindlich bezeichnete er den Trend, daß vielfach die großindustriellen Abnehmer die mittelständischen Kunststoffverarbeiter zu immer neuen Preisreduzierungen zwingen, die "nur noch Gewinnmargen um ein Prozent oder darunter zulassen".Vor allem in der Autoindustrie würden die Zulieferer veranlaßt, ihre eigenständige Kalkulation weitgehend aufzugeben und gegen das Zugeständnis langfristiger Lieferverträge praktisch ohne Gewinn zu arbeiten.Für die nähere Zukunft sieht Wagner kaum Auswirkungen aus den Finanz- und Wirtschaftsturbulenzen für die Branche, die auch im zweiten Halbjahr ähnlich kräftig zulegen werde.Nicht auszuschließen ist aber, daß insbesondere einige ostdeutsche Unternehmen, die beim Export stark auf Rußland konzentriert sind, Verluste erleiden könnten.So hätten die meisten Kunden in Rußland, inzwischen aber auch in Polen um Zahlungsaufschub gebeten.

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