Wirtschaft : Kunststoff-Recycling soll billiger werden

BONN (Tsp).Die Wiederverwertung von gebrauchten Kunststoffverpackungen soll in den nächsten fünf Jahren so billig werden, daß die Herstellung von Produkten aus Recyclingmaterial allein aus den Verkaufserlösen finanziert werden kann und die bisher erforderlichen Zuschüsse der Verwerter wegfallen.Das kündigte die Deutsche Gesellschaft für Kunststoff-Recycling (DKR) am Donnerstag in Bonn an.

Die Kostenreduzierung soll nach Aussage von DKR-Geschäftsführer Peter Liedtke erreicht werden, indem Produkte entwickelt und gefördert werden, die am Markt erfolgreich sind.Im Jahr 1997 sei es bereits gelungen, die Kosten für das Recycling im Vergleich zum Vorjahr zu reduzieren.Beispiel für marktgerechte Produkte seien etwa hochregalfähige Lagerpaletten, Lärmschutzwände oder Kabelschutzkanäle.

Der DKR-Aufsichtsratsvorsitzende Volker Trautz bezeichnete die Reduzierung der Lizenzentgelte für Kunststoffe innerhalb des Dualen Systems als oberstes Ziel.Die Kunststoffindustrie sei daran interessiert, die Wettbewerbsfähigkeit von Kunststoff im Vergleich zu anderen Materialien nachhaltig zu stützen und zu verbessern, unterstrich das BASF-Vorstandsmitglied.

Die DKR erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 467 Mill.DM, 31 Prozent mehr als 1996.Der Bilanzgewinn belief sich auf 4,094 Mill.DM, wie aus dem ersten Geschäftsbericht des 1993 gegründeten Unternehmens hervorgeht.Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 615 000 Tonnen Kunststoffverpackungen wiederverwertet, gegenüber 483 000 Tonnen im Vorjahr.Wie Liedtke erläuterte, wurden die Kosten des Recyclings von Kunststoffverpackungen mit dem Grünen Punkt 1997 im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent oder 33 DM pro Tonne vermindert.Liedtke kündigte weitere Kostensenkungen an.Ziel sei es, dafür zu sorgen, daß die Kosten für die Herstellung der Endprodukte allein aus Verkaufserlösen finanziert würden.

DKR ist alleinige Garantiegeberin für die ordnungsgemäße Verwertung von Kunststoffverpackungen aus den Sammlungen des Dualen Systems.Das Unternehmen gehört zu 50,4 Prozent der BKV Beteiligungs- und Kunststoffverwertungsgesellschaft mbH, Frankfurt (Main), und zu 49,6 Prozent der Grüne Punkt - Duales System Deutschland AG, Köln.

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